Korschenbroich : Wirbel im Kirchenvorstand

Maria Zettner, seit mehr als 15 Jahren im Kirchenvorstand von St. Dionysius aktiv, ist nicht mehr dabei. Sie hat ihr Amt als geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende niedergelegt. Zunächst wird jetzt improvisiert.

Maria Zettner gehört zu den treuen Ehrenamtlern der katholischen Kirche: Vor über 15 Jahren ließ sie sich erstmals in den Kirchenvorstand von St. Dionysius wählen. Seither setzt sie sich für das Wohl der Pfarre ein. Schnell übernahm sie als Stellvertreterin des Pfarrers im Kirchenvorstand Verantwortung, war nach dem Weggang von Pfarrer Thomas Wieners sogar als geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende tätig – und damit auch unterschriftsberechtigt. Damit ist jetzt Schluss. Wie erst jetzt bekannt wurde – trat die promovierte Katholikin bereits zum 1. November von ihren Ämtern in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) zurück.

In Kirchenkreisen scheint man sich – selbst sechs Wochen nach der Amtsniederlegung von Maria Zettner – auszuschweigen. Selbst von der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Korschenbroich gab es bislang zu den Veränderungen an St. Dionysius keine offizielle Verlautbarung. Offenbar stimmte die Chemie innerhalb des Kirchenvorstands nicht mehr.

Den Rücktritt Zettners bestätigte gestern der Leitende GdG-Pfarrer Franz Josef van de Rieth (43) auf Anfrage. Er wollte weder Unstimmigkeiten innerhalb des Kirchenvorstandes noch Ärger mit den Verantwortungsträgern des Kirchenbauvereins bestätigen. Viel mehr bedauert er den Rücktritt von Maria Zettner. Van de Rieth lobte ihren Einsatz in den höchsten Tönen. Sie war für ihn ein Garant guter Arbeit. Gründe für den Rücktritt nannte auch er keine: "Ich kann mich nur herausreden, da ich sechs Jahre an keiner Kirchenvorstandssitzung mehr teilgenommen habe." Das wird in Zukunft anders werden. Zurzeit greift wieder die alte Ordnung: Pfarrer van de Rieth, übernimmt den Vorsitz und die bisherige Zettner-Vertreterin Wera Bommes ist nun rechtlich zur ersten Stellvertreterin vorgerückt.

Anita Kolvenbach (62), die vor gut zehn Jahren von Maria Zettner für den Kirchenvorstand angeworben wurde, will den Rücktritt auch nicht kommentieren: "Es tut mir wirklich leid, dass sie ihr Amt zur Verfügung gestellt hat. Ich habe gerne mit ihr zusammengearbeitet."

Maria Zettner hat sich ihren Entschluss nicht leicht gemacht. Die Kinderbuch-Übersetzerin wird den Kleinenbroichern als Lektorin erhalten bleiben. "Es war an der Zeit, zu gehen. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr am richtigen Ort zu sein", so die 49-Jährige. "Ich werde mich nicht komplett verabschieden. Wenn ich mich an die Veränderung gewöhnt habe, möchte ich als Ehrenamtlerin seelsorgerische Aufgaben übernehmen."

(NGZ)