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Leichtathletik: Dreikönigen-Cross geht neue Wege

Leichtathletik : Dreikönigen-Cross geht neue Wege

Bei der 30. Auflage wäre der ausrichtende TV Jahn Kapellen am Sonntag schon mit rund 150 Teilnehmer zufrieden.

Raimund Röhricht wird fast schon ein wenig melancholisch. "Früher", erinnert sich der seit der ersten Auflage 1979 mit dem Dreikönigen-Crosslauf des TV Jahn Kapellen befasste Organisator, "ging es noch weiter in den Wald hinein. Da haben wir noch Brücken über Wassergräben gebaut". Mittlerweile ist an der Erft alles eine Nummer kleiner geworden. Heidi Hößel, seit der Wiederaufnahme 1993 an entscheidender Position aktiv, wäre für die insgesamt 30. Auflage – die ersten zehn Läufe zwischen 1979 und 1988 fanden unter der Federführung von Christa und Götz Bangert statt – schon mit 150 Teilnehmern ganz zufrieden. "Auf 300 Starter werden wir wohl nicht mehr kommen."

Eine defensive Einschätzung, die die als Leiterin des Wettkampfbüros mit den Meldungen befasste Hannelore Mathé zu bestätigen weiß. "Bislang haben sich in erster Linie Hobbyläufer angemeldet", sagt sie. Auch von Marcel Bischof (Aachener TG), in Kapellen zuletzt zweimal in Folge vorne, hat sie bislang noch nichts gehört. Allerdings hält es der Polizist wie viele seiner Laufkollegen und entscheidet sich kurzfristig. Sicher im Hauptlauf für Männer und Frauen über rund 5750 Meter dabei ist am Sonntag Christoph Stratmann, Anfang Dezember Sieger in der Jugend beim Nikolauslauf der TG Neuss. Dort hatte Jan Mathé noch als Jugendlicher Rang drei bei den Männern belegt. Zuletzt überzeugte der Dormagener beim Silvesterlauf des TuS Köln rrh. in 35:20 Minuten als Zweiter des Jugendrennens über 10 000 Meter.

Weil der Nachwuchs, auch bedingt durch den Ganztagsbetrieb an den Schulen, immer mehr ausbleibt, "klar gibt es immer noch leistungssportorientierte Kinder, aber für 17 Uhr das Training anzusetzen, ist halt ein bisschen schwierig" (Hößel), sind die Veranstalter des Crosslaufs im Erftstadion aktuell dazu übergegangen, in den jüngeren Jahrgängen Jungen und Mädchen gemeinsam auf die Strecke zu schicken. "Denn mir blutet das Herz, wenn da plötzlich nur noch drei Kinder loslaufen", sagt Heidi Hößel, selbst mit Leib und Seele Jugendtrainerin.

Da zudem ehrenamtliche Mitarbeit längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist, drängt sie verstärkt darauf, mit anderen Vereinen zu kooperieren. "Das muss man mittlerweile wirklich machen." Bei den gemeinsam vom TK Grevenbroich, der SG Neukirchen/Hülchrath und dem TV Jahn Kapellen ausgerichteten Stadtmeisterschaften in der Erftstadt gelingt das schon ganz gut. Zwar ist der Termin für den 31. Dreikönigen-Cross 2014 schon bestätigt, trotzdem könnte sich Heidi Hößel sehr gut vorstellen, ihr Engagement zukünftig auf ein bescheidenes Bambini-Sportfest, vielleicht auch bis D/C-Bereich, zu beschränken. "Mehr gibt der Platz hier einfach nicht her."

Größere Ambitionen seien vor allem deshalb nicht drin, weil das schmucke Erftstadion fast ständig von den Fußballern des SC Kapellen belegt sei. "Parallel dazu auch noch ein Sportfest auszurichten, ist eben schwierig."

(NGZ)