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Korschenbroich: Bildhauer und Maler stellen im Kulturbahnhof Korschenbroich aus

Korschenbroich : Bildhauer und Maler stellen im Kulturbahnhof Korschenbroich aus

Manfred Mangold und Heinz Lanser zeigen ab Sonntag ihre Werke. Die Gegenüberstellung von Malerei und Skulpturen lebt von den Kontrasten.

"Malerei trifft Stein", heißt die Ausstellung, die am Sonntag um 11 Uhr im Museum Kulturbahnhof eröffnet wird. Der in Herrenshoff lebende Steinmetz und Steinbildhauer Manfred Mangold hat seinen Betrieb in Nettetal-Hinsbeck. Dort lebt Heinz Lanser, Maler und Zeichner. Die Exponate der beiden bilden große Kontraste, die die einzelnen Werke prägen. Sie ergeben sich aber auch durch die Gegenüberstellung von Skulpturen und Malerei.

Ein bisschen Malerei steckt gelegentlich auch in den Skulpturen von Manfred Mangold. Und Heinz Lanser bringt in viele seiner Bilder zeichnerische Elemente ein. Beiden Künstlern geht es im Kern um den Menschen. Lanser (76), der früher als Kulturamtsleiter in Nettetal gearbeitet hat, sieht nicht nur den einzelnen Menschen als Gast auf Zeit auf dieser Erde: Er hält auch die Existenz der Menschheit für begrenzt. Diese Grundhaltung sieht man den Bildern nur zum Teil an. Die Serie "Himmel und Erde" fällt auf durch eine strikte Trennung zwischen ebendiesen. Die Erde macht rund ein Fünftel aus: Ein ziemlich schmales Band, in dem die mit wenigen schnellen Strichen gezeichneten Menschen stark unter Stress zu stehen scheinen. Sie sind bar jeglicher ihre Individualität ausmachenden Merkmale und wirken, nicht nur bedingt durch ihre schnellen Bewegungen, sehr flüchtig. Darüber scheint der Himmel geradezu erdrückend zu sein.

Die Wucht der Farben – es dominiert Rot – sorgt zusätzlich dafür, dass er Mensch klein und schwach wirkt. Einige Bilder der ein Jahr älteren Serie "Zwischen Himmel und Erde" sind deutlich von der neueren Serie zu unterscheiden: Da sind zum einen die zentimeterbreiten, schwarzen Konturen, außerdem sind die Farbflächen aufgelockerter, die Farbvielfalt ist größer.

"Ins Lot gebracht" nennt Manfred Mangold (64) seine mitten im Ausstellungsraum stehende Arbeit. Die drei schmalen, säulenförmigen Skulpturen, die sie flankieren, sind eigenständige Werke. Aus Schiefersäulen hat Mangold eine Skulptur geschaffen, die an einen Dreibaum erinnert. Ein roter Blutstein aus der Türkei hängt von der Mitte herab wie ein Pendel. Alles ist im Lot – eine Wunschvorstellung für viele Menschen, in deren Leben es nicht so ausgewogen zugeht.

"Wichtig ist mir bei meinen Stelen der Paargedanke", sagt Mangold. Der Mensch sei nur in Ausnahmefällen zum Alleinsein bestimmt. Den Paargedanken bringt er durch die Kontraste zum Ausdruck: Raue und glatte Flächen beispielsweise stehen einander gegenüber. Die unterschiedlichen Bearbeitungsstufen haben auch zum Ziel, die Schönheit des Steins sichtbar zu machen.

Manfred Mangold zeigt sehr Poetisches in Stein wie die riesige Knospe aus Sandstein, die aus einer grob bearbeiteten Basaltsäule ruht. Das Glatte und das Helle kontrastiert mit dem Rauen, Dunkeln. Eine Illusion in Stein: "Die Pressung" – dabei hat Mangold drei Steine in einen Metallrahmen gepresst.

(NGZ)