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Fußball: SV Hemmerden schielt auf den Aufstieg

Fußball : SV Hemmerden schielt auf den Aufstieg

Am Wochenende startet der Spielbetrieb der Frauen. Der Branchenführer hält sich zwar bedeckt, es könnte in der Niederrheinliga aber zum ganz großen Wurf reichen. Neuling SV Rosellen will sich schnell in der Landesliga etablieren.

Für den SV Hemmerden geht die Fußballsaison in der Niederrheinliga morgen (Anstoß 13 Uhr) mit der Auswärtspartie bei Aufsteiger SV Budberg wieder los. Die Vorbereitung auf die nun beginnende Spielzeit lief laut SV-Trainer Compes holprig: "Die ersten beiden Wochen waren hervorragend, dann kam die Zeit des Urlaubs. Vergangene Woche konnten wir aber noch mal mit dem kompletten Kader nach Hamburg ins Trainingslager, insgesamt also eine runde Sache."

Hat ihre Karriere beendet: Hemmerdens Torjägerin Stefanie Delißen. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Dort wurde vornehmlich das 4-4-2-Spielsystem vertieft und viel im taktischen Bereich gearbeitet. "Das Team für mehrere Tage komplett um sich zu haben, war ideal. Morgens haben wir taktische Dinge theoretisch erarbeitet und diese am Nachmittag auf dem Platz versucht umzusetzen", berichtet der Coach.

Kleine Veränderungen im Kader gab es derweil auch. So wechselte die schnelle Angreiferin Derya Mavili vom Landesligaabsteiger SVG Weißenberg nach Hemmerden, Mareike Esser, Jessica Froitzheim und Rebecca Harther wurden aus der zweiten Mannschaft des SVH hochgeholt. Dafür muss Compes künftig auf Stürmerin Stefanie Delißen (Karriereende) verzichten. "Steffi hätte ich gerne noch ein Jahr im Team gehabt, leider war sie nicht mehr zu überreden", sagt Compes, der in Mavili aber bereits einen adäquaten Ersatz erahnt: "Sie ist sehr schnell und kann Bälle sehr gut verarbeiten. Es hapert lediglich noch am Verständnis des Spielsystems." In der Partie gegen Budberg ist der SV sicher Favorit, Compes hält den Ball aber flach und betont: "Gerade gegen die Aufsteiger ist es schwer, vor allem zum Auftakt. Man kennt die Teams nicht und weiß nicht, was einen erwartet. Dennoch wollen wir unbedingt den Dreier und ich bin sicher, dass es dazu reicht."

Der größte Konkurrent aus dem Vorjahr, der SV Eintracht Solingen, ist weg und spielt eine Klasse höher, von oben kam kein Absteiger in die Niederrheinliga. Dieses Jahr könnte dem SVH also der ganz große Wurf gelingen und der Regionalligaaufstieg realisiert werden, wovon Compes aber noch überhaupt nichts hören möchte: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen und das Beste aus dem Team herauskitzeln. Wir werden sehen, wozu wir in der Lage sind."

Neu in der Landesliga ist der SV Rosellen. Er startet morgen um 14 Uhr mit einem Heimspiel gegen die Sportfreunde Baumberg. Mit dem für einen Aufsteiger typischen Kampf um den Klassenverbleib will sich Trainerin Danuta Karas allerdings nicht zufriedengeben: "Ich glaube, dass lediglich der Nicht-Abstieg nicht genügend Motivation für uns ist. Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen." Und das, obwohl in Hella Rabien, Charlotte Dourgounis, Christine Voß und Gina Hölzel vier Leistungsträgerinnen (zumindest für die kommende Spielzeit) von Bord gingen. "Wir hatten letztes Jahr mit über 20 Spielerinnen einen fast schon zu großen Kader, der kommt uns jetzt zugute", glaubt Karas. Zudem wird ihr Team durch Judith Solf, Lara Klose und Sina Feldkamp verstärkt, die allesamt nach einem Auslandsjahr zurückkehren.

Die Hemmerdener Reserve geht in der gleichen Gruppe in ihr viertes Landesliga-Jahr. Seit 2010 konnte sie sich von Rang elf über acht auf zuletzt fünf stetig verbessern. Dass nun folgerichtig Platz zwei herausspringt, hält der neue Trainer Marcel Heinze aber für unwahrscheinlich: "Das dürfte schwierig werden. Wir sind mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld vollkommen zufrieden. Da wir einige Spielerinnen nach oben abgeben mussten, wird diese Saison für uns so etwas wie ein Umbruchjahr."

In der Bezirksliga gehen künftig gleich fünf Vertreter des Rhein-Kreises an den Start. Die Türkische Jugend Dormagen hat als Aufsteiger allerdings das Pech, als einziges Team der neugegründeten vierten Gruppe zugelost zu sein. Lokalduelle wird es in Gruppe 3 hingegen zwischen dem TuS Grevenbroich, der Hemmerdener Drittvertretung, der SG Kaarst und Landesliga-Absteiger SVG Weißenberg geben.

(NGZ)