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Jüchen: Klagen über zu viel Müll vom Schnellrestaurant

Jüchen : Klagen über zu viel Müll vom Schnellrestaurant

Seitdem das Fast-Food-Restaurant "McDonald's" in Jüchen geöffnet hat, häuft sich achtlos weggeworfener Abfall in der nahen Umgebung.

Hamburger, Pommes frites, Cola oder "Big Mac": Wer die B 59 von Jüchen nach Gierath fährt, hat schnell fast die gesamte Speisekarte des amerikanischen Fast-Food-Riesen "McDonald's" zusammen. Denn Müll mit dem geschwungenen "M" landet nach dem Verzehr der Speisen auf umliegenden Feldern – zum Leidwesen einiger Landwirte, die regelmäßig das wegräumen müssen, was andere im Vorbeifahren offensichtlich achtlos aus dem Auto werfen.

Foto: Berns, Lothar (lber)

"Natürlich hatten wir schon immer in Maßen Müll auf unseren Feldern, doch mit ,McDonald's' hat sich das Problem zugespitzt", berichten zwei ansässige Landwirte, die namentlich nicht erwähnt werden möchten.

Das Problem: Die Verpackungen der Produkte würden durch ihr geringes Gewicht vom Wind weit auf die Felder geweht und stören die Ernte der Bauern. Und damit nicht genug – denn nicht nur auf Feldern häuft sich Unrat: Auch an den Straßenrändern der Bundesstraße 59 in Richtung Jüchen bleibt kaum ein Quadratmeter vom Abfall verschont.

"Wir wünschen uns mehr Initiative von ,McDonald's', den Müll der Gäste zu entfernen", erzählt ein Landwirt aus Gubberath, der den Schnell-Verköstiger des Öfteren auf das Problem aufmerksam gemacht hat. Für eine Stellungnahme war "McDonald's Deutschland" in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen – auf der Internetseite heißt es währenddessen: "Regelmäßig sammeln die Mitarbeiter Abfälle rund um das Restaurant ein und führen diese der Wiederverwertung zu." Die Landwirte, die die Felder in direkter Nachbarschaft bewirtschaften, merken davon allerdings nichts.

"Zuständig für die Entsorgung an der B 59 ist der Landesbetrieb ,Straßen NRW'", erläutert Bürgermeister Harald Zillikens, der sich den Müll vor allem durch das fehlende Umweltbewusstsein einiger Autofahrer, die den "Drive-In"-Schalter genutzt haben, erklärt. Aktuell werde überlegt, noch weitere Abfall-Behältnisse aufzustellen, um auch Schülern, die in den Pausen das Fast-Food-Angebot nutzen, mehr Gelegenheiten zu geben, Papp-Schachteln, Tüten und Co. in Mülleimern zu entsorgen. "Doch die müssen auch genutzt werden", sagt Zillikens, der betont, dass das Fast-Food-Restaurant nicht der einzige Müll-Verursacher ist. Der Verwaltungs-Chef hält es für äußerst schwierig, Müll-Sünder dazu zu bewegen, ihren Abfall fachgerecht zu entsorgen.

"Neue Mülleimer sind gerade auf dem Weg zum Schulzentrum dringend nötig", sagt Gerolf Hommel, FWG-Fraktionsvorsitzender in Jüchen. Mit Kollegen hatte er an einem Tag acht volle Säcke Müll allein auf der Strecke Jüchen-Gierath gesammelt. Danach stellte die Gemeinde an der Bushaltestelle "Abzweigung Herberath" Müll-Behälter auf. Doch wenn es nach den Landwirten geht, ist das noch zu wenig.

(NGZ)