Jüchen : Bad-Sanierung verzögert sich

Risse im Fundament wurden jetzt bei der Sanierung des Jüchener Hallenbades entdeckt. Dadurch verzögert sich das Projekt um mindestens vier Wochen. Ursprünglich sollte die Schwimmstätte im September öffnen.

Überraschung bei der Sanierung des Hallenbads Jüchen: "Bei den Fliesenarbeiten wurden Risse im Fundament entdeckt", sagt der technische Dezernent Oswald Duda auf Anfrage der NGZ. Nach einer statischen Analyse muss der Boden ausgetauscht werden. Die Folgen: zusätzliche Kosten und "eine Verzögerung des Umbaus um mindestens vier Wochen", so Oswald Duda. Die Mitglieder des Bauausschusses werden in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 19. Mai, darüber informiert.

Rund eine Million Euro wird zurzeit in die Schwimmstätte an der Stadionstraße investiert: 900.000 Euro kommen aus dem Konjunkturpaket II, 100.000 Euro von der Gemeinde Jüchen. Die Sanierung hatte noch im Dezember 2010 begonnen werden müssen, da sonst das Geld vom Bund verfallen wäre.

Für die Schwimmabteilung des TV Jüchen ist jeder Tag ohne Bad ein verlorener Tag — "auch wenn es bisher keine große Austrittswelle gegeben hat", sagt Ralf Segschneider, Leiter der Abteilung Schwimmen. Spürbar sei aber ein Nachwuchsmangel: "Die bisherigen Mitglieder machen weiter, uns fehlen aber neue Anmeldungen."

TV hat Ersatz gefunden

Gestern konnte sich Segschneider über eine positive Nachricht aus Grevenbroich freuen: "Wir können jetzt Zeiten im Lehrbecken in Grevenbroich-Frimmersdorf nutzen." Segschneider hatten die Schwimmer auf andere Becken verteilt, etwa im Grevenbroicher St. Elisabeth-Krankenhaus oder in Neuss. Nachdem die Zusage vom Rommerskirchener Sonnenbad geplatzt war, konnte jetzt mit Frimmersdorf ein Ersatz gefunden werden. Was den Abteilungsleiter verunsichert, ist die spätere Eröffnung: "Ursprünglich sollte das Bad nach den Sommerferien in der ersten September-Woche öffnen." Doch dieser Termin könne jetzt nicht gehalten werden.

Kein Betrieb in Jüchen — drangvolle Enge in Hochneukirch. "Beim öffentlichen Schwimmen platzt unser Bad aus allen Nähten", so Verena Kell, Sprecherin der DLRG Hochneukirch, die das Bad an der Gartenstraße betreibt. Einen Zuwachs kann der 600 Mitglieder starke Verein durch die Badschließung in Jüchen nicht verzeichnen, aber "unser Bad wird deutlich mehr frequentiert", sagt Ewald Schmitt, zweiter Vorsitzender. Deshalb sei zusätzlich etwa ein Frühschwimmer-Angebot ab 6.30 Uhr eingerichtet worden. Gestern Abend trafen sich die DLRG-Mitglieder zur Versammlung mit Neuwahlen: Der langjährige Vorsitzende Peter Freuen (76) wollte sein Amt aufgeben, als Nachfolger wurde auch Ewald Schmitt genannt.

(NGZ)