1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Neuanfang für Rockstar: Kowalewski Comeback

Neuanfang für Rockstar : Kowalewski Comeback

Es gibt viele gängige Klischees über Rockstars. Sie handeln vom schnellen Geld, wilden Partys, Drogen mit anschließenden Entziehungskuren, ganzkörper tätowierten Crewmitgliedern und Fans, Exzessen oder Problemen mit der Justiz. Detlev Kowalewski ist ein Rockstar. Sein Leben könnte gut den Stoff für einen Hollywoodfilm liefern.

Damit diese Geschichte aber ein schönes und versöhnliches Ende findet, fehlt noch das letzte Kapitel. An diesem arbeitet er gerade. Mit seiner nach ihm benannten Band versucht Kowalewski den Neuanfang. Am Samstag startete dieser mit einem Konzert in der Neusser Wetthalle. Detlev Kowalewski hat in seinem Leben so ziemlich alles erlebt. Er war ganz oben, aber schnell auch wieder ganz unten. Er tourte mit seiner damaligen Band "High ‘n‘ Dry" zusammen mit den Rocklegenden von "Iron Maiden" durch die Lande. Er gehörte zum großen Geschäft, spielte vor Zehntausenden in den Metropolen Europas. Doch irgendwann hatte das Schicksal eine andere Richtung für ihn vorbereitet, als die nach oben. Es begann mit Kokain und endete im Gefängnis.

Im Urlaub in Rio de Janeiro wurde er mit Drogen geschnappt, kam ins Gefängnis. Er brach aus, floh nach Europa. Interpol schnappte ihn, er brach wieder aus. Betrachtet man sich den heute in Dormagen lebenden, erscheint er nicht wie ein ehemaliger Schwerverbrecher. Er lächelt, ist ruhig und freundlich. "Clean ist in", sagt Bandpressesprecher Jürgen Rönsch. "Die ganze Sache hat eine Botschaft. Wir wollen den Leuten sagen, dass sie die Finger von Drogen lassen sollen. Und wenn Detlev das sagt, kommt es glaubwürdig rüber. Er hat es erlebt und hatte Glück, dass er mit den richtigen Leuten daraus kam." Der Mann hinter der Sache ist Tom Griese. Das Multitalent ist der Manager der Band und glaubt an den Erfolg.

"Wir wollen wieder nach oben. Alles rund um die Band ist Handarbeit. Die Technik auf der Bühne, die CD, das Video zur ersten Single. Es steckt unglaublich viel Herzblut drin." Das Konzert ist ein Widerspruch in sich. Kowalewski geben auf der Bühne alles. Der Siebziger-Jahre-Hard-Rock-Sound ist perfekt, die Lichtanlage professionell. Der Bandleader ist ein wahrer Virtuose an der Gitarre. Seine Soli, wie auch sein Gesang reißen alle mit. Doch die Halle ist nur mit knapp 100 Leuten gefüllt. "Egal", sagt Rönsch, "das ist erst der Anfang." Richtig. Das letzte Kapitel hat gerade erst begonnen. bs

(NGZ)