Remscheider Solarkataster aktualisiert

Sonnenenergie : Solarkataster berücksichtigt jetzt auch die Neubauten

Die Sonnenergie zur Stromerzeugung, Heizen oder Warmwasser zu nutzen, ist gerade unter klimaschutztechnischen Gesichtspunkten für viele interessant.

Die Sonnenergie zur Stromerzeugung, Heizen oder Warmwasser zu nutzen, ist gerade unter klimaschutztechnischen Gesichtspunkten für viele interessant. Mit einer Solaranlage auf dem heimischen Dach ist das möglich. Doch ist das Eigenheim überhaupt für die Anschaffung einer Solarthermie für Warmwasser und Heizen oder einer Photovoltaikanlage (PV) für umweltfreundlichen Strom geeignet?

Eine erste Orientierung bietet das Solardachkataster der Stadt Remscheid. Seit 2012 gibt es das Informationsportal bereits. Nun wurde es aktualisiert und berücksichtigt auch Neubauten oder veränderte Vegetation. Über ein Ampelverfahren sieht der Nutzer auf der Internetseite www.solare-stadt.de/remscheid im Solarpotenzialkataster direkt, ob die Immobilie geeignet ist. Grün ist besonders gut geeignet. Gelb bedeutet, dass das Dach geeignet ist, aber lieber die etwas teureren, dafür aber auch effektiveren Röhrenkollektoren angeschafft werden sollten. „Diese Dienstleistung ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachbetrieb, sondern dient als erste Information“, betont Umweltdezernentin Barbara Reul-Nocke.

Wie viele Solarkollektoren ein Haushalt braucht, berechnet sich nach der Personenanzahl. Für einen vier Personenhaushalt sind etwa bis zu sechs Quadratmeter der Dachfläche nötig. Entscheidend für die Effektivität der Anlage ist nicht die direkte Sonneneinstrahlung, sondern die Lichtintensivität, erklärt Monika Meves vom Umweltamt.

Derzeit gibt es in Remscheid rund 750 PV- sowie 600 Solarthermie-Anlagen. Davon sind insgesamt 35 auf städtischen Dächern (15 PV, 20 Solarthermie). „Es gibt aber noch viel Potenzial in Remscheid“, betont Reul-Nocke. Rund zehn Prozent sind nach dem Ampelsystem grün und fast 36 Prozent gelb. Dieses Potenzial sollte genutzt werden. Für die Anschaffung können Hausbesitzer auch Förderanträge stellen – etwa bei der BAFA oder KfW. Monika Meves berät dazu gerne.

Im Rahmen des Projekts „BESTKLIMA“ entstand zudem in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen Remscheids erste Klimafunktionskarte. Die Daten stammen aus dem Sommer 2017 und zeigen an, wo in der Stadt klimatische Problemzonen liegen. Analysiert wurden unter anderem Starkwind, Hitze oder Kaltluftvorkommen. In den Industriegebieten Jägerwald und Mixsiepen gibt es jetzt zum Beispiel schon besonders starke Hitze.

Die Karte gebe wesentliche Hinweise, wo und was städtebaulich zur Klimaanpassung getan werden muss, erklärt Sabine Ibach vom Fachdienst Umwelt. Gerade mit Blick auf den Klimawandel sei das ein wichtiges Instrument für die städtebaulichen Planungen und gibt Anhaltspunkte, wo etwa Grünflächen weiterentwickelt werden müssen. Einzusehen ist die Karte im Geodatenportal der Stadt.

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