Remscheid: Ein Neubau ohne „Berliner Mieten“

Bauprojekt in Remscheid : Ein Neubau ohne „Berliner Mieten“

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewag baut an der Hackenberger Straße in Lennep 42 Wohnungen mit hochwertiger Ausstattung. Im Sommer 2021 sollen sie bezugsfertig sein. 9,4 Millionen Euro werden investiert.

Lennep ist als Wohngegend in Remscheid attraktiv, der Stadtteil wächst stetig. Sorgen um die Vermietung der 42 neuen Wohnungen in der Größenordnung zwischen 60 und 135 Quadratmetern, die bis zum Sommer 2021 auf dem Gelände an der Hackenberger Straße 34-36 entstehen werden, wird sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewag daher wohl nicht machen müssen. Die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum ist auf jeden Fall da. Die attraktive, ruhige Wohnanlage in fußläufiger Entfernung zur Altstadt oder zum Grünzug Hackenberg ist eine zusätzliche Trumpfkarte.

Das neue Angebot richte „sich an alle Generationen, die Freude an moderner, hochwertiger Ausstattung haben und ein ruhiges Umfeld suchen“, sagte Gewag-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt am Dienstag in seiner kurzen Ansprache beim offiziellen Spatenstich. Es war sein letzter Baustellen-Termin in dieser Funktion. Behrendt geht Ende des Monats nach zwei Jahrzehnten Vorstandsarbeit in den Ruhestand.

9,4 Millionen Euro investiert die Gewag in Lennep, das Projekt ist frei finanziert. Es sei immer auch die Aufgabe der Gewag gewesen, Wohnraum für den gesamten Querschnitt der Bevölkerung anzubieten, erinnerte Hans-Jürgen Behrendt an das Profil der Wohnungsbaugesellschaft. Auch für einen Facharbeiter der Remscheider Werkzeugfirmen gelte es, ein attraktives Wohnangebot vorzuhalten.

Zwar gibt es für den künftigen Mietzins aktuell noch keine Kalkulationen. „Berliner Mieten“ aber müsse keiner fürchten, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Lothar Sill, mit Blick auf die täglichen „Horror-Meldungen“ in den Zeitungen über Wohnungsknappheit und unbezahlbaren Wohnraum in Metropolen wie Berlin oder München. Remscheid sei froh, dass es diese Probleme nicht habe – nicht zuletzt auch Dank der guten Arbeit der Gewag.

Der Neubau in unmittelbarer Nähe des Waldfriedhofs wird ressourcenschonend mit einer Holzpellet-Anlage beheizt und erhält einen Teil seines Energiebedarfs von einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die Sonnenstrahlen in Strom verwandelt. Nicht genutzter Strom wird ins Netz eingespeist. Wer auf Mülltrennung achtet, wird über die Gebührenabrechnung dafür belohnt. Eine Müllschleuse neben dem Haus ordnet über einen Datenträger die Restmüllmengen dem jeweiligen Mieter zu. Je weniger er dort hineinwirft, desto weniger muss er am Ende bezahlen.

Ein Belohnungssystem, das sich in anderen Objekten der Gewag bewährt habe, sagte Behrendt. Um bis zu 50 Prozent seien die Müllmengen dort in den grauen Tonnen zurückgegangen. Für 70 Prozent der Mieter gibt es Parkplätze in einer Tiefgarage, der Rest wird auf dem Grundstück parken.

Spatenstich mit grünem Kopfschutz: Lothar Sill (v.l.), Klaus Grunwald, Peter Heinze, Hans-Jürgen Behrendt und Oliver Gabrian. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Von der ersten Idee für eine Neubebauung des städtischen Grundstücks bis zur Baugenehmigung vergingen einige Jahre. Die erste Bauanfrage aus dem Jahr 2016 sei bei der Bauverwaltung nicht so gut angekommen. Unter anderem bei der Gebäudehöhe wurde korrigiert.

Mehr von RP ONLINE