Remscheid: Gutachter rät zum kleinerem DOC in Lennep

Outlet-Streit im Bergischen : DOC soll laut Gutachter kleiner werden

Das DOC in Lennep würde in seiner geplanten Größe und mit den dort vorgesehen Verkaufsflächen für die drei Sortimente Bekleidung, Sportartikel und Schuhe / Lederwaren großen negativen Einfluss auf das Hauptzentrum Elberfeld nehmen. Um das zu verhindern, müssen die Verkaufsflächen in diesen drei Warengruppen deutlich reduziert werden. Zu diesem Fazit kommt die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA).

Sie hat im Auftrag der Stadt Wuppertal geprüft, wie plausibel die jüngst vom Remscheider Rat abgesegnete neue Verträglichkeitsanalyse zum Lenneper DOC ist. Zur Erinnerung: Das Büro Stadt + Handel war erneut zu dem Ergebnis gekommen, dass das DOC städtebaulich „verträglich“ ist und keinen zu großen Einfluss auf den Handel im Umkreis nimmt.

Dem widersprechen die Prüfer des GMA und raten der Stadt Wuppertal, auf zum Teil erhebliche Veränderungen zu drängen. Weil sie für den Bereich Sportartikel Umverteilungseffekte von 19 Prozent in der Schwebebahnstadt erwarten, sollen die Flächen in Lennep für dieses Thema um mehr als die Hälfte von 2000 auf 800 bis 900 Quadratmeter reduziert werden. Weniger drastisch sind die Empfehlungen für Schuhe / Lederwaren (2800-2900 statt wie bisher 3750) und Bekleidung (12.500-12.700 statt wie bisher 14.000 Quadratmeter).

Das Papier, das am Mittwoch um 17.30 Uhr im Barmer Rathaus einziger Tagesordnungspunkt in der gemeinsamen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses und der Bezirksvertretung Elberfeld ist, geht aber noch einen Schritt weiter. Bedenke man, dass hier ein Nebenzentrum (Remscheid) erhebliche Umverteilungen in einem Oberzentrum (Wuppertal) auslöse, stelle sich die Frage, „ob eine Reduzierung der Gesamtverkaufsfläche DOC Remscheid nicht zielführend wäre“.

Wie die BM bereits am Montag nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) berichtete, sind Remscheid und der DOC-Investor McArthurGlen grundsätzlich zu Änderungen bereit, allerdings nicht in den geforderten Größenordnungen. Zwei Gesprächsrunden habe es zum Thema bereits gegeben, allerdings ohne dabei eine Einigung erzielen zu können, so der OB.

Nach dem BM-Bericht über jüngste Entwicklungen im DOC-Streit wirft die Linken-Fraktion der Stadt gezielte Desinformation der Politik vor. Unter der Überschrift „Mein Name ist Heinze und ich weiß von nichts“ kritisiert die Fraktion, dass Baudezernent Peter Heinze am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss beim Tagesordnungspunkt „Bericht über den Stand des Projektes DOC“ erklärt habe, dass es nichts Neues gebe. Dies lasse den Schluss zu, dass Heinze bewusst die Unwahrheit gesagt habe.

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