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Remscheider Freibad Eschbachtal wird saniert

Sanierung im Remscheider Freibad Eschbachtal : Startklar auf unbestimmte Zeit

Für 275.000 Euro wird das Freibad zurzeit saniert, um die Sicherheits- und Hygienestandards zu erfüllen. Solange aber die Gelder für eine grundlegende Erneuerung fehlen, bleibt seine Zukunft ungewiss.

Die drei Mitarbeiter der Firma Franken müssen jede einzelne Fliese in den beiden Becken des Freibads Eschbachtal anschauen, prüfen und neu verfugen. Eine unerlässliche Arbeit, um die neuen Sicherheitsstandards zu erfüllen. In früheren Zeiten hat das Sportamt mit eigenen Kräften die Reparaturen bewerkstelligt. Nun hat die Stadt eine Fachfirma beauftragt, um für die neue Saison startklar zu sein. „Wir könnten am 1. Juni eröffnen“, sagt Martin Sternkopf, Leiter des Sportamtes. Der Konjunktiv drückt aber aus, dass die Bademeister auf unbestimmte Zeit zu Hause bleiben und keine Gäste empfangen dürfen. Für alle ein Jammer.

Das Freibad Eschbachtal gibt in der Bau- und Freizeitgeschichte eine traurig-heitere und heiter-traurige Figur ab. Jeder Remscheider kennt es. Aus dem Angebot für einen Kurzurlaub ist es nicht wegzudenken. Aber je älter es wurde, desto mehr rutschte es in die Krise und desto stärker bäumten sich alle auf, damit es nicht ganz unter geht. Es gab Finanzkrisen, einen Diebstahl der Kasse oder Verschmutzungen nach Starkregen. Am meisten getroffen wird die Existenz des Bades durch seine Technik, die aus den 60er Jahren stammt und für manche museumsreif ist. Und alte Technik mit neuer zu verbinden, führte nicht gerade zu mehr Störungsfreiheit. „Darauf hat auch immer der Architekt hingewiesen“, sagt Sternkopf.

Die Filter schafften es im vorigen Sommer nicht mehr, das Becken so sauber zu halten, dass die Mitarbeiter vom Gesundheitsamt zufrieden nach Hause gehen konnten. Sie schafften es nicht, obwohl neue Pumpen eingebaut wurden. Statt 3000 bis 4000 Gäste am Tag durften nur 1500 Badefreudige das Areal betreten. „Die Beschränkung der Gästezahl wird wohl auch in Zukunft bleiben“, sagt Sternkopf. 275.000 Euro gab die Stadt als Soforthilfeprogramm, um alle Auflagen zu erfüllen. Dazu gehörte, das marode Ein-Meter-Brett abzureißen, die Gitter für die Ansaugöffnungen zu erneuern, die Schellen an den Wasserrohren auszuwechseln, und die Treppeneinstiege zu überarbeiten. So ist das Eschbachtal auf Stand. Aber nicht für die Ewigkeit. „Vielleicht für drei bis vier Jahre“, sagt Sternkopf. Die Hoffnungen, eine Erneuerung durch Fördergelder vom Land und vom Bund bewerkstelligen zu können, haben sich voriges Jahr vorerst zerschlagen. Über 14 Millionen Euro hätte die Stadt gebraucht. Der Antrag fand keine Berücksichtigung.

Die aktuelle Instandsetzung zeigt, dass die Stadt das Freibad nicht abschreibt. Im Gegenteil. Für dieses Millionenprojekt hofft Sportdezernent Thomas Neuhaus weiterhin auf Fördergelder. Er kündigte an, dass die Stadt überlege, sich in diesem Jahr erneut beim Programm „Soziale Förderung im Quartier“ des Landes zu bewerben. Diesmal allerdings mit einer kleineren Summe. Auf Basis der bewilligten Anträge anderer Städte lasse sich erkennen, dass der Remscheider Antrag im Volumen zu groß gewesen sei. Der Plan sei nun, die Finanzierung der Grund-Sanierung in mehreren Schritten anzugehen. Maximal bis fünf Millionen Euro seien für einen Förderantrag realistisch. Sollten alle diese Versuche nicht fruchten, müsse die Stadt überlegen, wie sie aus eigener Kraft die Freibad-Sanierung finanziell stemmen kann. Eine Schließung des Freibads ist für Neuhaus keine Option. Darin findet er in der Politik breite Unterstützung.