Remscheid: Die Alte Bismarckstraße entwickelt sich

Quartiersentwicklung Remscheid : Die Alte Bismarckstraße entwickelt sich

Der Verein „MyViertel“ hat ein Straßenfest organisiert und bringt sich mit Enthusiasmus bei der Entwicklung des Quartiers ein. Rund 70 Mitglieder gehören dem Verein an. Terrassen für Außengastronomie sollen kommen.

Zwischen Markt und Alte Bismarckstraße feierte ein altes Quartier mit einem jungen Verein sich selbst: Zum bundesweiten Tag der Städtebauförderung lud der Verein „MyViertel“ zum großen Fest ein. Neben Austausch, Musik und Geselligkeit bot der Tag auch die Möglichkeit, sich über die neusten Pläne zur Revitalisierung des Quartiers zu informieren.

Dort, wo noch vor einigen Jahrzehnten die steilste Straßenbahn Deutschlands zirkulierte, wo sich auf der „Hesseninsel“ die auswärtigen Gastarbeiter – häufig aus Hessen – auf der Suche nach Arbeit einfanden, wurde am Samstag ein ausgiebiges Fest gefeiert. Grund zur Freude ist der neue Schwung, der ein junger Verein bringt, um eben dieses Quartier neu zu beleben. „Ich bin sehr stolz darauf, was wir auf die Beine gestellt haben“, sagte Vereinsvorsitzender Marvin Schneider (24) bei der Eröffnung. Erstmals hatte der im September vergangenen Jahres gegründete Verein, die Trägerschaft des Festes übernommen, das bereits im Mai 2018 – damals noch unter der Federführung der Quartiersarchitekten des Innenstadtmanagements – erstmals stattfand. „Ich bin froh, die Genese zu sehen“, äußerte Quartiersmanager Jonas Reimann. „Dass aus dem Fest im letzten Jahr ein so nachhaltiges Projekt entstanden ist, sich mehr Leute engagieren und nun ein junger Verein das Ganze auf die Beine gestellt hat.“

Das sei eine positive Entwicklung, die auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz betonte: „Es passiert was in unserer Stadt. Als das Kino damals verabredet wurde, habe ich gesagt, dass das Kino eine riesige Chance für dieses Quartier sein würde, um Gastronomie und Freizeitangebote hier zu entwickeln.“ Aber wie so oft, unterstrich der Stadtchef auch, „braucht es für so etwas Menschen, die Lust haben, etwas loszutreten, für das Quartier arbeiten, nicht nur nörgeln, sondern auch mit anpacken.“

MyViertel habe Enthusiasmus und Energie gebündelt, um sich konstruktiv einzubringen. Rund 70 Mitglieder gehören dem Verein nun an, berichtet Schneider. Gemeinsam hätten sie auch mit dem Quartiersmanager ihre Ideen für die Pläne eingebracht, die Reimann am Tag vorstellte: Auf der Alten Bismarckstraße, sollen – so die Pläne – vor den Kneipen und Bistros sechs einladende Terrassen entstehen, die bei gutem Wetter zum Verweilen einladen. Eine schöne Begrünung soll auch zum Flanieren anregen. „Die Aufenthaltsqualität soll insgesamt verbessert werden“, sagte Reimann. „Das Fest, für das der Verkehr von der Straße ferngehalten wird, zeigt, dass es funktioniert und dass es super angenommen wird.“ Komplett den Verkehr von der Alten Bismarckstraße fernzuhalten, klappt aufgrund der Bebauung nicht. „Die Leute die dort wohnen (Neu- und Bungestraße sowie Brunnengasse), müssen ja irgendwie rauskommen“, erklärte Reimann. „Das geht nur über die Alte Bismarckstraße.“

Im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo nur erste Ideen präsentiert wurden, sei man nun, mit einem konkreten Plan, ein ganzes Stück weiter. „Es geht vorwärts“, beurteilte Schneider die Situation. „Man muss Geduld haben, so etwas entsteht nicht von heute auf morgen. Aber wir sind zuversichtlich, dass hier bald etwas Schönes entstehen wird.“ Mit regelmäßigen Aktionen und Veranstaltungen will der Verein präsent bleiben und die Revitalisierung von Innen voranzutreiben.