Remscheid: „Idee des geeinten Europas ist genial“

Wahl in Remscheid : „Idee des geeinten Europas ist genial“

Die Stadt Remscheid beteiligt sich an der Initiative „vote together“ zur Europawahl am 26. Mai. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ruft die Bürger dazu auf, das Wahlrecht zu nutzen.

Die Botschaft der beiden großen Plakate an der Frontseite des Teo Otto Theaters ist klar: „Zusammen wählen. Für Europa stimmen.“ Sie werben dafür, dass die Remscheider am 26. Mai bei der Europawahl ihre Stimme nutzen und wählen gehen. Die Stadt unterstützt damit auf Initiative der Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck die überparteiliche und europaweite Aktion des Bündnisses „vote together“ des aus Remscheid stammenden Künstlers Wolfgang Tillmans.

„Die Idee des geeinten Europas ist eine geniale Idee. Aber sie gerät leider immer mehr in Misskredit“, sagte der OB bei der Pressevorstellung der Aktion. Aktuelle europakritische oder auch rechtsgerückte Bewegungen wie in Österreich oder Polen werden größer. Nicht zuletzt deswegen fand das Pressegespräch am symbolträchtigen 8. Mai statt. An dem Tag, an dem vor 74 Jahren das faschistische Regime beendet und der Weg zu einem friedlichen Europa geebnet wurde. Diese Idee des friedlichen Europas müsse immer größer sein, als das Verzweifeln an kleinen Dingen, betonte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) mit Blick auf die oft diskutierten und schwer errungenen EU-Gesetze, etwa zum Datenschutz oder zur Vermeidung von Plastikmüll.

Er sei sofort davon begeistert gewesen, als sich Ute Lennartz-Lembeck mit ihrer Bitte an ihn wandte. Sie kennt Tillmanns noch aus Kindertagen, die beiden wuchsen fast Tür an Tür am Reinshagen auf und stehen heute noch in engem Kontakt. Für die Künstlerin war schnell klar, dass auch die Heimatstadt sich bei „vote together“ beteiligen muss. Denn sie ist der gleichen Meinung wie Tillmanns: Die Gemeinsamkeiten der Menschen in Europa sind größer als die Unterschiede. Doch die Menschen seien wahlmüde, bedauert Lennartz-Lembeck. Dagegen müsse man etwas tun.

Durch die Plakate, die es in 24 verschiedenen Sprachen gibt, sollen sie motiviert werden. Dafür finanziert die Künstlerin insgesamt 42 Holztafeln aus eigenen Mitteln. Sie werden heute an der Freiheitstraße in der Nähe der Kraftstation angebracht. In Neon-Farben werben sie für die Wahl.

Außerdem fotografiert Lennartz-Lembeck Remscheider Bürger mit den Wahl-T-Shirts. Die Fotos sollen sich unter anderem über Soziale Medien im Netz verbreiten und so auf die EU-Wahl aufmerksam machen. „Das ist wichtig, weil es in Remscheid so viele verschiedene Kulturen gibt. Gemeinsam ist man stärker“, erklärte Lennartz-Lembeck weiter, die auch bereits die Kinder ihrer „Kunstschule Heimat“ mit in das Thema einbezieht.

„Geht wählen, aber bitte solche Parteien, die hinter dem EU-Gedanken stehen“, lautet der Aufruf des Oberbürgermeisters, für den das Wahlrecht auch eine positive Verpflichtung darstellt, zur Demokratie beizutragen. Er schätzt nicht nur aus familiären Gründen – er hat Familie in Frankreich – die Freizügigkeiten, die das gemeinsame Europa sowohl Bürgern als auch der Remscheider Wirtschaft bietet. „Die Stadt lebt vom Export und braucht Europa“, betonte der OB.

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