Die gute Seite von Remscheid

Ansichtssache in Remscheid : Die gute Seite von Remscheid

Familienfreundlichkeit fällt nicht vom Himmel. Seit 15 Jahren engagiert sich das lokale Bündnis für Familie. Eine Erfolgsgeschichte.

Für junge Familien ist Remscheid ein interessanter Standort zum Leben. Aus zweifacher Hinsicht: Für Grundstücke, Wohnungen und Häuser bezahlt man fast die Hälfte des Preises als in Köln, Bonn oder Düsseldorf.

Mindestens genauso ausschlaggebend ist die familienfreundliche Infrastruktur. Was nutzt einem Elternpaar das preiswerte Wohnen zwischen Morsbach und Eschbach, wenn es keinen Platz für seine Kinder unter drei Jahren findet? Wenn es nicht sicher sein kann, dass sein Kind in einer Offenen Ganztagsschule verlässlich betreut wird? Wenn es keine Arbeitgeber gibt, die offen sind für flexible Arbeitszeiten? Die günstigen Mieten wären nichts wert. Der Ausgleich zwischen Familie und Beruf ist für junge Ehepaare ein hohes Gut. Es ist unverzichtbar für Lebensqualität. Das alte Modell, einer arbeitet, der andere bleibt zu Hause, löst sich immer mehr auf. Einerseits. Andererseits sind viele Paare auf zwei Einkommen angewiesen, um mit dem Nachwuchs einigermaßen über die Runden zu kommen. Doch Familienfreundlichkeit fällt nicht vom Himmel.

Das lokale Bündnis für Familie arbeitet seit 15 Jahren ehrenamtlich daran, Remscheid als eine Stadt mit familienfreundlicher Atmosphäre zu profilieren. Dieses Netzwerk zählt zu den typischen Remscheider Erfolgsgeschichten. Treffen, anpacken, umsetzen. Das ist die gute Seite der Stadt, die man bei allen ihren Problemen nicht deutlich genug herausheben kann. Menschen, denen es nicht darum geht, nur Missstände zu beklagen, sondern Menschen, denen es darum geht, an praktischen Beispielen zu zeigen, was alles in der Stadt gut funktioniert und wie es gemeinsam weiterentwickelt werden kann. Die Betonung liegt auf gemeinsam. Einzelkämpfer befinden sich schnell auf verlorenem Posten. Familienfreundlichkeit funktioniert wie eine Kette, bei der sich eine Perle an die andere reiht. Das kann beim Sana-Klinikum beginnen, wo werdenden Müttern und Vätern einzelne Projekte vorgestellt werden. Es geht weiter mit dem Familienzentrum „Die Wiege“, wo es einen Austausch über Kindererziehung gibt. Es führt über die Wirtschaftsjunioren, die aufzeigen, wie ein Unternehmen familienfreundlich werden kann und endet beim Job-Center, das beim Wiedereinstieg in den Beruf behilflich ist. Solche Ketten dürfen niemals reißen.

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