Stadtteilfest: Remscheid zeigt Herz für Familien

Remscheider Stadtteilfest : Ein Herz für Familien

Im Alltag haben Familien viele Hürden zu meistern. Zumindest beim Aktionstag des Lokalen Bündnis „Familienfreundliches Remscheid“ im Allee-Center am Samstag ging das spielerisch leicht.

Auf Laufdosen ging es für Kinder und Eltern durch den Parcours vorbei an den Themen Freizeit, Arbeit, Bildung, Finanzen, Betreuung, Pflege, Wohnen und Mobilität.

Diese acht Themen stellen die Anforderungen an Familien dar, bei denen auch die Unterstützung der Kommune gefragt ist. In den letzten 15 Jahren hat das Lokale Bündnis schon viel dafür getan, dass sich Einiges zum Positiven verändert. Nachdem zum Bespiel immer wieder der Zustand der städtischen Spielplätze bemängelt wurde, hat die Stadt den Etat um 100.000 Euro auf 220.000 Euro angehoben. Die Hartnäckigkeit habe sich bezahlt gemacht, sagte Anke Mennenöh vom Bündnis. „Familienfreundlichkeit ist eine Querschnittsaufgabe, die man immer im Blick haben muss“, ergänzte sie.

Das ist auch das Ziel für die nächsten 15 Jahre. Das Bündnis möchte sich für die Rückeroberung städtischen Raumes für die Kinder stark machen, erklärt Mennenöh. Dazu zählt unter anderem auch die Einbeziehung der kleinsten Bürger beim Revitalisierungskonzept für die Innenstadt. Im Rahmen des Aktionstages durften zudem die Eltern Wünsche für die Zukunft äußern. Sie wurden im symbolischen Zug festgehalten. „Wir sind überrascht, wie zufrieden viele mit dem sind, was es bereits gibt“, merkte Bündnis-Mitglied Susanne Hochburger an.

Einige Anregungen konnten die Ehrenamtlichen aber dennoch mitnehmen. Dazu zählt etwa die Einrichtung einer Junior Uni-Dependance in Remscheid oder ein kostenloses Schülerticket. Peter Keitmann sieht beispielsweise mehr Bedarf an Austauschmöglichkeiten für Eltern. Im Rahmen seiner Kampfsportschule möchte er eine Begegnungsmöglichkeit schaffen – gerne auch in Kooperation mit dem Bündnis, das immer auf der Suche nach Verstärkung ist.

Viele Schlagworte widmeten sich dem Bereich Kita. Flexible Betreuungszeiten, mehr U3-Plätze sowie bessere Bedienungen für das Kita-Personal lauteten die Forderungen. Der vierfache Vater Sven Zimmermann aus Wuppertal wünscht sich eine einheitliche, landesweite Gebührenbefreiung für die Kita sowie für das Schul- und Kopiergeld.

Während ihre beiden Töchter Melina (5) und Lea (10) durch den Parcours liefen, unterhielt sich Mutter Nadine Heuser aus Bergisch Born mit Eva Maria Kremer vom Bündnis. „Hier gibt es sehr wenig, was man mit den Kindern unternehmen kann“, kritisierte sie. Für einen Besuch in einem Indoorspielplatz müsse man nach Radevormwald oder Solingen fahren. Weil viele Kinder kaum mit der Natur in Berührung kommen, fände sie zudem einen Streichelzoo oder einen Lernbauernhof gut. „Es wäre auch schön, wenn die Politik in die Preise für den Urlaub eingreifen könnte“, ergänzte sie.

Mehr von RP ONLINE