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Lokalsport: Tuncel wartet auf den ersten echten Gegner

Lokalsport : Tuncel wartet auf den ersten echten Gegner

Der Monheimer Profi-Boxer gewinnt auch seinen sechsten Kampf ohne Probleme. Am 22. Juni tritt er im Kölner Maritim-Hotel an.

Wer ein erfolgreicher Box-Profi werden will, muss nicht nur über eine grundsolide Physis verfügen. Schließlich spielt die Psyche ebenfalls eine wichtige Rolle. Jetzt bewies der Monheimer Ercan Tuncel abermals, dass er sich in beiden Kategorien auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Weil er sich auch gegen den Georgier Mikheil Mosulishvili frühzeitig durchsetzte, konnte er seine ersten sechs Profi-Kämpfe im Mittelgewicht (bis 72,6 Kilogramm) für sich entscheiden. "Mikheil war bisher zwar mein stärkster Gegner, aber der Kampf lief trotzdem sehr einseitig. Ich konnte mit ihm tun und lassen, was ich wollte", stellte Tuncel fest. Er wartet somit weiter auf seine erste richtige Herausforderung.

Der Monheimer hat sein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Düsseldorf auf Eis gelegt, um zwei Mal täglich mit seinem Coach Fazli Vural trainieren zu können. Nach dem Erfolg über Emir Recepaga wusste Tuncel nur, dass er Anfang Mai in der Kölner Olympiahalle erneut kämpfen würde. Weil erst drei Tage vor dem Kampf Mosulishvili als Gegner gefunden werden konnte, war die Vorbereitung diesmal besonders schwierig. "Ich konnte mir lediglich ein paar kurze Videos anschauen", sagte Tuncel.

Dass sich die Kontrahenten in der ersten Runde noch abtasteten, überraschte deshalb nicht. Anschließend dominierte Tuncel ab dem zweiten Durchgang mit seiner starken Schlaghand das Geschehen und besetzte die Ringmitte. Mosulishvilli lief mehrmals weg und versuchte vergeblich, seinen Reichweitennachteil auszugleichen, indem er in Tuncel hineinsprang.

In der dritten Runde ging der Georgier zu Boden und wurde angezählt, aber durch den Gong konnte er sich noch retten. Anschließend erteilte der Monheimer seinem Gegner im vierten Abschnitt besonders harte Schläge, die immer mehr Wirkung brachten.

Im fünften Abschnitt nahm Tuncel das Tempo gering heraus, während Mosulishvilli oftmals flüchtete. Dennoch stellte der Monheimer ihn mehrmals und durch eine der Kombinationen brach er ihm die Nase. "Dann hat der Ringrichter den Kampf nicht mehr freigegeben, weil Mikheil stehend k. o. war und auf Fragen keine klaren Antworten mehr geben konnte. Ich ziehe meinen Hut davor, dass er meine Schläge so lange ausgehalten hat", lobte Tuncel.

Der 26 Jahre alte Profi hat nach dem Kampf keine große Auszeit genommen, sondern gemeinsam mit Vural weitergearbeitet. Schließlich fiebert er bereits dem nächsten Kampf am 22. Juni im Veranstaltungssaal des Kölner Maritim-Hotels entgegen, wobei der Kontrahent weiter offen bleibt. Zunächst trainiert Tuncel mit zwei längeren Einheiten pro Tag im Grundlagen- und Ausdauerbereich, bevor er wenige Wochen vor dem Kampf bei höchster Intensität nur noch einmal täglich 90 Minuten lang arbeiten wird.

Drei Tage vor dem Duell wird Tuncel seine Abschluss-Einheit absolvieren. "Ich freue mich sehr auf die nächste Aufgabe in Köln. Die ganze Sache fängt wieder bei null an. Es wird mein bislang härtester Test, der mir definitiv alles abverlangen wird", betonte der Monheimer.

Obwohl er seinen Gegner wohl erst kurz vor dem Duell kennenlernen wird, muss er wieder mit der mentalen Belastung umgehen können. Dass seine Physis ohnehin auf einem beeindruckenden Niveau ist, bewies Tuncel mit seinen ersten sechs Siegen als Profi - und dem soll bald der siebte Erfolg folgen. Mit mehr Gegenwehr?

(RP)