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Gustav Iden und Lisa Norden siegen beim 12. Ratingen Triatlon

Neue Streckenrekorde : Profis loben den 12. Ratingen Triathlon

Nach den Amateuren lieferten sich Profi-Männer und -Frauen spannende Rennen beim 12. Ratingen Triathlon. Einig waren sich Sportler und Internet-Nutzer im Dank an die Veranstalter. Trotz kleiner Probleme war es ein gelungener Wettkampf in der Pandemie.

Im Internet gab es viel Lob für das Profi-Rennen innerhalb des 12. Ratingen Triathlon: Auf dem Videoportal YouTube sahen fast 5000 Nutzer live den von „Pushing Limits“ professionell aufbereiteten Stream, einer kommentierte: „Einfach klasse, einen deutschen Triathlon in Shanghai zu verfolgen.“ Ein anderer: „Herzlichen Dank für die tolle Übertragung und überhaupt das Rennen! Macht weiter so!“ Und dann noch: „Richtig geiles Rennen. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. Schade nur zu sehen, dass einige ihre eigenen Belange über andere stellen oder einfach zu blöd sind, von der Strecke wegzubleiben.“ Denn gerade an der Wasserburg Haus zum Haus standen dann doch etliche Zuschauer, obwohl die Veranstalter um Organisator Georg Mantyk und das Triathlon Team Ratingen (TTR) 08 eindringlich davor gewarnt hatten: Das Rennen könne abgebrochen werden, da innerhalb der Corona-Regeln keine Fans zugelassen waren. „Wir haben sie auseinandertreiben müssen“, bestätigte Mantyk.

Es war nicht der einzige heikle Moment der Veranstaltung, im Zieleinlauf der Profi-Männer musste Mantyk Sanitäter rufen, da der Kreislauf bei einem Teilnehmer nach der Kurzdistanz (1 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) schlapp gemacht hatte. In beiden Fällen ging es aber glimpflich aus: Die Sanitäter konnten nach kurzer Behandlung wieder gehen, die Rennen zu Ende geführt werden.

Und da triumphierte im Norweger Gustav Iden der Weltcup-Sieger, der im Laufen schlicht eine Klasse für sich ist und hinterher sagte: „Ich wusste, dass ich da gute Beine habe, deswegen war ich ganz entspannt trotz der harten Konkurrenz. Jetzt freue ich mich über den Streckenrekord.“ Den knackte bei den Frauen die Olympiazweite Lisa Norden aus Schweden als Siegerin ebenfalls.

Bester Deutscher wurde als Gesamt-Dritter Frederic Funk, der 23-jährige Münchner war im Ziel mächtig erschöpft. „Das war das mit Abstand härteste Rennen, dass ich je hatte“, sagte Funk. „Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich noch mal alles reingehauen habe oder daran, dass es erst das dritte Rennen in diesem Jahr war. Das Laufen war von Anfang an brutal hart, und dass ich Gustav nicht weglaufen kann, war mir von Anfang an klar. Ich bin aber mega happy mit meiner Platzierung.“ Der Profi musste aber bemängeln: „Beim Radfahren war es vor allem auf den ersten anderthalb Runden echt chaotisch. Die Kampfrichter kannten sich mit der Windschattenregel offensichtlich nicht so aus. Da gab es ein paar Vergehen, die nicht geahndet wurden.“ Generell lobte aber auch Funk: „Der Wettkampf hier – das war vielleicht die geilste Aktion, die Pushing Limits je gebracht haben. Ein großer Dank an Georg Mantyk und sein Team. Das war sicher die geilste Triathlon-Veranstaltung 2020.“

Daumen hoch von Georg Mantyk (rechts) auch für sein Helferteam. Foto: Achim Blazy (abz)

Unvergesslich wird das Rennen auch für den Profi sein, der als letztes ins Ziel kam: Sven Wies, den ein Nutzer bei YouTube als „spannenden Newcomer“ bezeichnet hatte, der sich gerade erst in Estland zum zweiten Mal in seiner Karriere für den Ironman Hawaii, also die Triathlon-Weltmeisterschaft, qualifiziert hat. Das war beim Ironman Tallinn. „Den merke ich schon noch“, sagte Wies, der trotz seiner unbefriedigenden Zeit (1:59:27) gut gelaunt war. „Die ersten 500 Meter beim Schwimmen waren noch optimal – dann hat es Klack gemacht und war eigentlich schon vorbei. Wenn du dann beim Radfahren und beim Laufen siehst, dass du an die Gruppen vorne nicht mehr herankommst, wird es von Minute zu Minute schwerer. So waren die letzten fünf Kilometer eigentlich nur noch Auslaufen.“ Dennoch gilt für den ehemaligen Geschäftsstellenleiter des Handball-Regionalligisten SG Ratingen: „Auch wenn ich es mir ein bisschen anders vorgestellt habe: Es war mein erster Profi-Lauf, und den werde ich nie vergessen. Danke an Georg Mantyk und sein Team. Das war unglaublich hier.“