Ratingen: Lärm und Gestank am Technischen Rathaus nerven die Mitarbeiter

Technisches Rathaus : Hitze und Gestank nerven Mitarbeiter

Das Technische Rathaus am Stadionring bekommt eine Lüftungsanlage.

Im Technischen Rathaus am Stadionring waren gestern wieder alle Jalousien unten: Das Gebäude brütete mitsamt der Belegschaft in der Sommerhitze. Werden die Fenster geöffnet, wird’s teilweise noch schlimmer. So leiden die Mitarbeiter seit Jahr und Tag unter Lärm und schlechter Luft. Beides kommt von draußen rein: Die nahe Güterstrecke sorgt für die unerträgliche Geräuschkulisse, ein Tanklager nebenan zeitweise für üble Gerüche. Nun wird im Gebäude nachgebessert, unter anderem soll eine Lüftungsanlage, allerdings ohne Kühlung, eingebaut werden. Kosten: etwa 800.00 Euro. Weitere Umbauarbeiten sollen den Standort für die Mitarbeiter attraktiver machen – das Gebäude liegt abseits der Innenstadt.

Schon seit längerer Zeit hatte es an diesem Mitarbeiter stärksten Standort der Stadtverwaltung gebrodelt. Bereits beim Umzug von der Minoritenstraße (dort machte man nach dem Rathaus-Abriss fürs Jugendamt Platz) an den Stadionring vor etlichen Jahren nahmen die die Mitarbeiter fiese Gerüche wahr, die wohl vom frisch verlegten Teppichboden ausgingen. Eine Mitarbeiterin klagte über allergische Reaktionen. Doch die mittlerweile mit Schallschutz nachgerüsteten Fenster zu öffnen, war und ist an diesem Standort weniger ratsam, lässt sich aber wegen der regelmäßigen Treibhaus-Temperaturen im Gebäude nicht wirklich vermeiden: Direkt nebenan befindet sich ein Tanklager für flüssige Sonderabfälle. Nach Angaben der Verwaltung handelt es sich dabei auch um PCB-haltige Stoffe. Beim Umfüllen der Flüssigkeiten von den Lastwagen in die Tanks würden „oft unangenehme Gerüche“ freigesetzt, heißt es Amt für Gebäudemanagement.

Vom Tanklager hinter der Tankstelle gehen nach Angaben der Stadtverwaltung üble Gerüche aus. Foto: RP/Joachim Preuß

Laut Genehmigungsbehörde gingen vom Tanklager zwar keine unzulässigen Schadstoff-Emission aus. Aber: „Eine Gefährdung ist nicht mit Gewissheit auszuschließen, da für die Zeiten starker Geruchsbeeinträchtigungen keine Messprotokolle bezüglich der Art und der Konzentration von Schadstoffen in der Außenluft vorliegen.“ Von daher sei „die Reduktion der Immissionsbelastung für die Mitarbeiterschaft dringend geboten“.

Die Lüftung spart Energie durch Wärmerückgewinnung. Eine Machbarkeitsstudie kommt auf etwa 46 Prozent, die auch den CO2-Ausstoß reduzieren.

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