Heiligenhaus: Gedenken an die Opfer des Naziterrors

Heiligenhaus : Gedenken an die Opfer des Naziterrors am 9. November

(köh/sade) Am 9. November jährt sich die Pogromnacht gegen die Juden in Deutschland, vormals teils oberflächlich, teils zynisch als „Reichskristallnacht“ tituliert, zum 81. Mal. Bei diesen brutalen Übergriffen wurden auch in den niederbergischen Städten nicht nur Glasscheiben zerbrochen und Wohnungen und Geschäfte geplündert und verwüstet, sondern auch jüdische Mitmenschen misshandelt, ihre Häuser angezündet und die meisten von ihnen in KZ eingewiesen und anschließend in Vernichtungsstätten umgebracht.

Für die angerichteten Schäden mussten die Opfer selbst aufkommen, zusätzlich mussten die deutschen Juden eine Gesamtsumme von einer Milliarde Reichsmark an das Naziregime bezahlen.

Angesichts dessen wird die Vereinigung der Verfolgten des Naziremies (VVN/BdA) Niederberg auch in diesem Jahr am 9. November die Verbrechen der Nazis von gestern und heute öffentlich machen und dagegen Stellung beziehen.

Die Termine: sind am Samstag, 9. November, in Velbert-Mitte, um 10 Uhr am Gedenksteim vor der Alten Kirche an der Friedrichstraße, in Heiligenhaus ab 11 Uhr am Rathausplatz und an den fünf Stolpersteinen entlang der Hauptstraße und am Südring. Außerdem in Neviges um 12 Uhr vor den Stolpersteinen in der Fußgängerzone (Elberfelder Straße). Dort wird Rainer Köster sein neues Buch über Widerstand und Verfolgung von 1933 bis 1945 vorstellen und darauf hinweisen, dass für viele der Naziopfer immer noch keine Stolpersteine verlegt wurden. Im Mai dieses Jahres veröffentlichte der pensionierte Gesamtschullehrer sein Buch im Selbstverlag. Er beleuchtet darin das Schicksal von über 180 Opfern des Nazi-Regimes, die eine Verbindung zur niederbergischen Gemeinde Heiligenhaus haben. In dem Werk beschäftigt er sich über die Judenverfolgung hinaus mit Menschen, die ins Zielkreuz der NS-Schergen gerieten. Dies sei, seines Wissens nach, zusammenhängend so bisher noch nicht geschehen. In Heiligenhaus lebt derzeit die Diskussion um weitere Stolpersteine auf. Konkret geht es um das Schicksal der Heiligenhauser Familie Oss.

Die Organisatoren rufen dazu auf, sich an diesem symbolischen Gedenken zu beteiligen, um damit ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen.

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