Fachhochschule der Wirtschaft Mettmann: Dual Studieren ist praxisnäher

Fachhochschule der Wirtschaft : Dual studieren ist näher an der Wirtschaft

Studenten der Fachhochschule der Wirtschaft arbeiten zugleich in einem Unternehmen – ein Riesenvorteil, wie Christoph Wiechert von der Hochschul-Karriereberatung betont.

Theorie ist die Grundlage. Doch wer sich darauf während seines Studiums versteift, jahrelang Formeln im Hörsaal büffelt und Fachbücher im stillen Kämmerlein durcharbeitet, bringt sich um Chancen. Entscheidendes fehlt: Berufspraxis. Davon ist Christoph Wiechert überzeugt. Der 35-Jährige gehört zum Team des Career Service der Dualen Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Mettmann, das den jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite steht und sich als Karriereberatung für die FHDW-Studenten versteht. Dort ist der Betriebswirt zugleich Ansprechpartner für Unternehmen, die zunehmend auf Duale Studenten setzen angesichts des Bedarfs an hochqualifizierten Fachkräften.

„Der wird in den kommenden Jahren noch stark zunehmen“, ist Wiechert überzeugt. Er warnt junge Leute allerdings vor Luftschlössern bei der Studienwahl. Vielmehr kommt es darauf an, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Denn bei den Gesprächen mit den Firmen spürt er, wo die Reise hingeht, welche Anforderungen Unternehmen in Zukunft haben. Der 35-Jährige plädiert, dies vom ersten Semester an in den Blick zu nehmen, um keinen Praxisschock zu erleiden.

Der bleibt Absolventen der Mettmanner Wirtschafts-Fachhochschule in jedem Fall erspart. Im Unterschied zu einer staatlichen Universität, bei der sich die Frage, mit dem Gelernten in einem Unternehmen Fuß zu fassen, erst am Ende des Studiums stellt, gehört dies an der Dualen FHDW in Mettmann von Anfang an zum Profil: In jedem Semester wechseln sich drei Monate Theorie an der Hochschule und Praxis im Unternehmen ab. Für Wiechert ist dabei maßgeblich, dass Firmen und Studenten zueinander passen. Um dies auszuloten, sollten die jungen Leute mit möglichst vielen Unternehmen ins Gespräch kommen. Der FHDW-Tag der offenen Tür am 16. November wäre eine gute Gelegenheit.

Dass jeder Student zugleich in einem Betrieb arbeitet, bezeichnet er als einen Riesenvorteil. Die jungen Leute erleben das ebenso. Das Gelernte sogleich anwenden zu können, motiviert. Und frühzeitig mitzubekommen, wie es im realen Arbeitsleben zugeht, lässt die Studenten erwachsener werden – und macht sie wegen der Doppelqualifikation aus Theorie und Praxis begehrt auf dem Arbeitsmarkt. Sie erhalten noch vor Studienabschluss Offerten von Talentsuchern; Absolventen haben quasi eine Jobgarantie. Wiechert überrascht das nicht: „Wir bilden die jungen Leute aus, die gebraucht werden“, betont er selbstbewusst. Die Mettmanner FHDW bietet drei Bachelorstudiengänge: Betriebswirtschaftslehre mit fünf und Wirtschaftsinformatik mit zwei Spezialisierungen sowie International Business. Darauf bauen drei Masterstudiengänge auf. Entwickelt werden die Inhalte auch mit den gut 70 regionalen Unternehmenspartnern vom Mittelständler bis zum Großkonzern.

Während Universitäten eher forschungs- und wissenschaftsorientiert sind, standen Fachhochschulen schon immer für Praxisbezug, haben hier die Nase vorn. Vielen wird das mitunter erst am Ende eines klassischen Universitätsstudiums bewusst, wenn sie sich bei einem Unternehmen auf eine interessante Stellenausschreibung bewerben und mit anderen konkurrieren. Rund jeder vierte Student, so zeigen Studien, würde ein Duales Studium wählen, müsste er sich noch einmal für den Weg in den Beruf entscheiden.

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