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Radevormwald: Motorsportfreunde starten wieder durch​

Motorsport in Radevormwald : Motorsportfreunde starten wieder durch

Die Motorsportfreunde Kräwinklerbrücke starteten mit einem Schnuppertag in ihre Sommersaison. Am dritten Juni-Wochenende steht der große MX Cup in Hahnenberg mit bis zu 400 Startern aus dem In- und Ausland an.

Hahnenberg Wummernde Motorgeräusche ziehen über die Strecke, Staub wirbelt kurz beim Vorbeifahren der Profis auf, die diesen feinen Geruch von Benzin hinterlassen, den Motorsportfreunde so sehr lieben setzen. Denn so fühlen sie sich, wenn sie einmal die Woche mehrere Male mit ordentlicher Geschwindigkeit über den 1,2 Kilometer langen und geschlängelten Motocross-Parcours fahren und über die 20 Rampen aus steinigem Lehmboden springen, um für einen kurzen Wimpernschlag durch die Luft zu fliegen. Diese Leidenschaft für den Motorsport vermitteln die Mitglieder des Vereins MSF Kräwinklerbrücke gerne auch Neulingen bei einem von insgesamt vier Schnuppertagen im Jahr, an denen die Strecke ausschließlich für Interessierte geöffnet wird. So auch diesen Monat, wo sich 30 Kinder und zwölf Erwachsene langsam an Maschine und Strecke herantasteten.

In voller Montur mit Brustpanzer, Handschuhen, Brille und Helm sitzen die Minis auf der kleinen Honda. Schnupperkurswart Markus Walter steht daneben, erklärt, wie das Bike gesteuert wird und lässt den Neuling nach wenigen Minuten, gesichert an einem Seil in Walters Händen langsam losfahren. Walter joggt zunächst nebenher und wird immer schneller, während der Fahrer Gas gibt, bis dieser sich alleine und sicher auf der kleinen Crossmaschine hält. „Das ist ganz schön anstrengend bei so vielen Kindern“, sagt Walter hinterher, der dennoch jede Minute mit den Kids auf der Strecke genießt. „Es macht einfach unfassbar viel Freude, wenn man sieht, wie viel Spaß die Kinder haben und wie schnell sie alles aufsaugen.“ Außerdem sei auch die Nachwuchsförderung im Motorsport ein wichtiges Unterfangen.

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Bereits seit 1960 gibt es nun schon die Motorsportfreunde Kräwinklerbrücke, deren Anlage früher in der heutigen Wuppertalsperre lag und in den 1980er-Jahren dann einen neuen Standort in Hahnenberg fand. Einfach ist die Ausübung ihres Sports nicht und dazu auch noch recht kostspielig, verrät Marvin Oberlies: „Ohne das Ehrenamt würde bei uns gar nichts gehen.“ Der Motorsportler ist erst vor einem dreiviertel Jahr in den Vorstand aufgerückt, als sich der Verein neu aufstellte, um nach Corona wieder durchzustarten. „Bei den letzten Neuwahlen haben wir den Vorstand erweitert, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen“, erklärt Oberlies, der nun hinter Vereinschef Nils Jöcker, stellvertretender Vorsitzender ist. Torsten Bahn wurde zum neuen Streckenwart ernannt. Mit dem vereinsinternen Umbruch hoffen die Vereinsmitglieder auf frischen Wind, der nun schon nach wenigen Monaten spürbar ist. Die Homepage wurde bereits erneuert, und in diesem Jahr will sich der Verein ein neues Gebäude auf dem Gelände gönnen, indem das Inventar ordentlich gelagert werden kann.

Anders als andere Vereine und Sportarten habe der Radevormwalder Motorsport durch die Pandemie an Zuspruch gewonnen: „Die Kids zwischen sieben und zehn Jahren sind zum Motorsport gestoßen, weil es eines der wenigen Dinge war, die sie ihn in der Natur ausüben konnten.“ Die Schnuppertage 2021 waren trotz Restriktionen bestens besucht. Drei bis sieben Kinder pro Kurs entschieden sich hinterher sogar für eine Vereinsmitgliedschaft.

Gefahren wird immer nur einmal pro Woche und zwar samstags, in der Sommersaison von April bis Oktober von 14 bis 18 Uhr, von November bis März von 13 bis 17 Uhr. Gerne würden die Motorsportfreunde mehr Trainingszeiten auch unter der Woche anbieten, doch das gehe aufgrund der Nähe zu den Wohnhäusern nicht. „Wir sind froh, dass wir überhaupt hier trainieren können“, sagen die Motorsportler. Doch an manchem Samstag fällt das Training für die Vereinsmitglieder aus, wenn Aktionen wie etwa Schnuppertage oder Events wie nun der große ADAC Nordrhein MX Cup anstehen.

Beim MX Cup knattern am dritten Juni-Wochenende (18. und 19. Juni) und nach zweijähriger Corona-Pause ausnahmsweise sowohl Samstag als auch am Sonntag die Motoren. Das Fahrerlager ist dann mit 300 bis 400 Startern prall gefüllt, 1500 bis 2000 Menschen werden sich übers Wochenende das Spektakel anschauen. „Am Samstag steht der Jugend und Veteranentag an, am Sonntag fahren die Leistungsklassen“, erklärt Marvin Oberlies. Erwartet werden in Hahnenberg talentierte Fahrer aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Holland und Belgien. „Es wird ein kleines Familienfest drumherum geben mit Bierwagen und Grillstand, Slush Ice und Ausstellern“, berichtet Oberlies.

Nach der langen Corona-Pause und dem vereinsinternen Umbruch freuen sich die Motorsportfreunde Kräwinklerbrücke auf eine erfolgreiche Saison.