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Haaner Tierfilmer hat Dokumentation "Das Bergische Land" gedreht

Haan: Der letzte Film von Sigurd Tesche : Dokumentation erzählt von Waschbär, Uhu und Co.

„Das Bergische Land – Wasser, Wälder, Wunderwelten“ wird am Dienstag, 27. Oktober, im Fernsehen gezeigt und ist das letzte Werk von Sigurd Tesche.

Waschbären, Biber, Turmfalken, Hirschkäfer und Schwarzstörche – diese Tiere leben im Bergischen Land. Diese Waldbewohner und viele andere hat Natur- und Tierfilmer Ralf Steinberg in den vergangenen Jahren beobachtet. Die bewegten Aufnahmen werden am Dienstag, 27. Oktober zu sehen sein, wenn die Dokumentation „Das Bergische Land – Wasser, Wälder, Wunderwelten“ im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Die Dreharbeiten zum Film des Dokumentarfilmers Sigurd Tesche, der in Haan geboren wurde, seit den 1970ern in Witzhelden lebte und im Januar gestorben ist, haben im Frühjahr 2019 begonnen. Ihn und den Kameramann aus Radevormwald hat eine lange Freundschaft und Zusammenarbeit verbunden. „Wir haben uns 1995 kennengelernt, seitdem habe ich über 40 Dokus begleitet“, sagt Ralf Steinberg. Der letzte Tesche-Film endet mit den Worten „natürlich Bergisch“ und damit mit dem Titel des Buches von Ralf Steinberg, das 2010 veröffentlicht wurde. „Das Skript, das Sigurd für den Film geschrieben hat, orientiert sich an diesem Bildband.“

Über 30 Minuten der 45-minütigen Fassung von „Wasser, Wälder, Wunderwelten“ wurden von Ralf Steinberg im Bergischen Land gedreht. Die Protagonisten des Films, die Schwarzstörche, die Uhus und die Waschbären, hat er unter anderem in seiner Heimatstadt gefilmt. Hinter den Aufnahmen stecken Wochen im Tarnzelt. „Die Schwarzstörche habe ich über drei Monate beobachtet und dafür Stunden in meinem Tarnzelt verbracht. Schwarzstörche komme meistens nur vier Mal am Tag zum Nest, um die Jungvögel zu füttern. Da braucht man Geduld“, sagt der 57-Jährige. Um den Anflug auf das Nest perfekt einzufangen, braucht es auch die richtige Ausrüstung. Der Tauchgang eines Eisvogels dauert zum Beispiel nur eine Sekunde und ist für das menschliche Auge kaum wahrzunehmen. Steinberg macht die Bewegungen der Tiere erlebbar. „Mit einer High Speed-Kamera können Bewegungsabläufe dann genau verfolgt werden“, sagt der Kameramann. Unterstützt wurde er bei den Dreharbeiten unter anderem von seiner Frau.

Ralf Steinberg hat jahrelang an der Seite von Sigurd Tesche gearbeitet. Foto: Jürgen Moll

Entstanden sind hochauflösende Bilder, welche die Vollkommenheit der Tierwelt einfangen. Auch die Waschbären und Biber, die sich besonders an der Wupper wohlfühlen, hat Steinberg gefilmt. Durch seine Kamera kommt man den Tieren ganz nah, kann sie in ihrem natürlichen Umfeld erleben.

Der Waschbär, Nachfahre von ausgebüxten Pelztieren aus den USA, erobert langsam, aber stetig ganz Deutschland. Im wasserreichen Bergischen Land fühlt er sich besonders wohl. Foto: WDR/Sigurd Tesche

Die Landschaftsaufnahmen sind beeindruckend schön Die Aufnahmen von Kalksteinbrüchen, Hügellandschaften und Wäldern geben Einblicke in eine artenreiche Region, die Sigurd Tesche immer wieder zum Gegenstand von Dokumentarfilmen machte. Gezeigt wird in der neuen Dokumentation auch die größte Höhle NRWs. „Als das Windloch 2019 entdeckt wurde, haben wir entschieden, dass es Teil des Films werden soll. Die Aufnahmen sind spektakulär“, verspricht Kameramann Steinberg.

Der Uhus sind zurückgekehrt in die bergischen Wälder. Foto: WDR/Sigurd Tesche

Das Filmmaterial von Tesche und Steinberg macht auch oberirdisch Lust, das Bergische zu entdecken. Zu sehen gibt es die Region auch aus der Vogelperspektive. Der Film, dessen Ankündigung der WDR mit der Musik der „Indiana-Jones“-Abenteuerfilmen unterlegt hat,  zeigt, wie sich die Natur vom Frühjahr bis in den Winter verändert.