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Freifunk in Radevormwald ermöglicht freies WLAN und braucht Unterstützer.

Freies WLAN in Radevormwald : Freifunk wird viel genutzt

Das Freifunk-Netz in Radevormwald ermöglicht freies WLAN. Freifunker Stefan Neumann benötigt für die Zukunft Unterstützer.

Stefan Neumann ist als einziger aktiver Freifunker in Radevormwald übrig geblieben. Als die Infrastruktur des Wlan-Netzes, das für die Öffentlichkeit kostenfrei und ohne Barrieren nutzbar ist, aufgebaut wurde, hatte er noch Unterstützer. Mittlerweile kümmert er sich alleine mit der Unterstützung anderer Freifunker aus anderen Städten darum, dass es in Radevormwald Freifunk gibt.

Freifunk basiert auf einer Vernetzung sogenannter Knotenpunkte, also Routern, die den Endverbrauchern freies WLAN zur Verfügung stellen. Privatpersonen, aber auch Geschäfte und Unternehmen können Freifunk nutzen und sich aktiv daran beteiligen, indem sie einen Knotenpunkt zur Verfügung stellen. Im Rader Innenstadtbereich ist das zum Beispiel die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). „Freifunk ist ein loser Verband, der sich in jeder Stadt anders organisiert. In manchen Städten sind daraus Vereine entstanden, hier in Radevormwald ist das nicht so“, sagt Stefan Neumann.

2015 wurde die Idee der Freifunker stark durch die Stadt und die kommunale Politik unterstützt. Dank des Freifunks konnte schnell ein großes WLAN-Netz aufgebaut werden. „Das war damals besonders für dich Flüchtlingsunterkünfte wichtig. Viele Menschen brauchten schnell einen freien Zugang ins Internet.“ Seitdem sind in Radevormwald einige Knotenpunkte hinzugekommen, aber auch weggefallen.

Mit der allgemeinen Infrastruktur ist Stefan Neumann zufrieden. „Der Stadtkern ist gut und relativ lückenlos mit Freifunk ausgestattet“, sagt er. Im Internet kann man die Struktur der Knotenpunkte in Radevormwald nachvollziehen und live verfolgen, wie stark das Netz und die einzelnen Router frequentiert werden. Bis zu 250 Nutzer sind gleichzeitig im Freifunk angemeldet. Das ist für eine Kleinstadt wie Radevormwald viel. „Das freie WLAN wird immer noch stark genutzt. Das ist natürlich super“, sagt Stefan Neumann. Wer auf seinem Smartphone einmal den Nutzungsbestimmungen des Freifunks zugestimmt hat, kann das WLAN bei jedem Besuch der Innenstadt ohne Angaben von Daten nutzen.

Freies WLAN in Innenstädten zu realisieren ist allerdings nicht das einzige Ziel von Freifunkern, wie Stefan Neumann. Sie wollen Wissen vermitteln und junge Menschen für den Aufbau von Netzstrukturen begeistern. Dieses Ziel ist in den vergangenen Jahren in den Hintergrund gerückt. „Es wäre schön, wenn es wieder einen aktiveren Kern gäbe. Nicht nur um Wissen zu vermitteln, sondern auch die technischen Details des Netzes lösen zu können“, sagt Stefan Neumann. Ein Freifunk-Netz, wie es in Radevormwald besteht, braucht Pflege und Wartung. „Wir haben einfach zu wenig Techniker, die sich um die Arbeit im Hintergrund kümmern. Daran leidet Freifunk deutschlandweit.“

Blickt man in Nachbarstädte von Radevormwald, etwa nach Remscheid oder Wermelskirchen, wo der Ausbau ebenfalls stockt, bestätigt sich diese Aussage. Bei der Live-Übersicht, die es über das Rader Freifunk-Netz online gibt, wird Stefan Neumann zum Beispiel von technisch begeisterten Freifunkern aus Lüdenscheid unterstützt. „Um das Freifunk-Netz in Radevormwald kümmern sich aktuell 0,8 Personen. Also ich. Auf lange Sicht ist das natürlich eine Herausforderung.“ Der Sachkundige Bürger wünscht sich, dass Freifunk wieder mehr ein Erfindernetz wird, das gleichzeitig freies WLAN für die Bürger zur Verfügung stellt.

Wer einen Knotenpunkt in Radevormwald zur Verfügung stellen möchte, braucht lediglich einen eigenen Router. „Hinter diesen Router schalten wir Hardware, die dann die Freifunk-Software zur Verfügung stellt.“ Wichtiger als weitere Knotenpunkte sind allerdings technikaffine Unterstützer, um Freifunk in Radevormwald langfristig zu sichern.