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Radevormwald: Klicki verzichtet auf Beigeordnetenamt

Politik in Radevormwald : Klicki verzichtet auf Beigeordnetenamt

Die Debatte über seine Qualifikation, persönliche Angriffe und die Haltung des Bürgermeisters nennt der CDU-Politiker als Gründe.

„Hiermit verzichte ich auf meine Wahl als Erster Beigeordneter der Stadt Radevormwald“. Mit diesen Worten beginnt die Pressemitteilung, die Christian Klicki, CDU-Politiker aus Wermelskirchen und im Dezember vom Rat gewählter Beigeordneter und Kämmerer von Radevormwald, am Freitagnachmittag versendete. Gerne hätte er „in dieser wunderschönen, bergischen Stadt“ mit ihren „aufgeschlossenen und engagierten“ Bürgern gearbeitet, die Entwicklungen der vergangenen Wochen hätten ihn jedoch zum Rückzug bewogen.

Klicki war am 10. Dezember mit einer Mehrheit im Rat gewählt worden. Die SPD und andere Fraktionen – so die Grünen und die Alternative Liste – hatten dagegen eine Verschiebung der Wahl gefordert, weil es Zweifel an der Qualifikation des Bewerbers gab. Auf Antrag der Sozialdemokraten hatte Bürgermeister Johannes Mans eine Fachkanzlei prüfen lassen, ob die Wahl juristisch einwandfrei sei. Die Kanzlei kam zu dem Schluss, dass Christian Klicki die nötige Berufs- und Führungserfahrung für das Amt fehlt. Der Bürgermeister teilte den Fraktionen daher mit, dass er die Wahl beanstanden wird. In der Ratssitzung am kommenden Dienstag hätte die Entscheidung fallen sollen. Klicki betonte erneut, dass nach seiner eigenen Einschätzung – er ist promovierter Jurist – nichts gegen seine Übernahme des Amtes gesprochen habe. „Durch meinen bisherigen Werdegang sehe ich mich als Fachmann auf dem Gebiet der kommunalen Selbstverwaltung. Dies verdeutlicht meine langjährige Führungserfahrung als Partei- und Fraktionsvorsitzender sowie mein juristischer Werdegang, insbesondere meine einschlägigen Fertigkeiten im Kommunalrecht.“ Ein Grund für seinen jetzigen Rückzug seien auch die Angriffe auf seine Person gewesen, deren Heftigkeit ihn überrascht habe: „Insbesondere wurden Falschbehauptungen artikuliert, wie zum Beispiel vom SPD-Fraktionschef, dass ich eine Verwaltung noch nie von innen gesehen habe.“ Der konkrete Anlass für seine Entscheidung, so geht aus der Mitteilung hervor, sei die Haltung von Bürgermeister Johannes Mans gewesen. Es habe die Möglichkeit eines Kompromisses gegeben, so hätte er zunächst als angestellter Dezernent in der Verwaltung anfangen können. „Leider hat der Bürgermeister trotz langer Prüfungsdauer keine verwertbaren Ergebnisse vorgelegt“, schreibt der CDU-Mann. Und fügt noch eine Andeutung hinzu: „Auch sehe ich mich nicht als Tribut im Vorfeld der bevorstehenden Bürgermeisterwahl.“

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Bürgermeister Johannes Mans zeigte sich über die Kritik verwundert: „Ich weiß nicht, was Dr. Klicki da von mir erwartet? Wir sind noch in einem schwebenden Verfahren.“ Das nächste Wort habe zunächst der Rat gehabt. Wird der Tagesordnungspunkt über die Beanstandung der Wahl nun von der Tagesordnung der Sitzung am Dienstag verschwinden? Davon geht Mans nicht aus: „Das Verfahren muss ordnungsgemäß abgeschlossen werden. Und dann müssen wir darüber reden, wie es weitergeht.“ SPD-Fraktionschef Dietmar Stark betont, dass er Klicki nicht als Menschen angreifen wollte: „Ich habe nichts gegen ihn als Person.“ Auch sei das Ganze kein politischer Wettbewerb gewesen – es sei um Recht und Gesetz gegangen.