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Radevormwald: Reaktionen auf Christian Klickis Entscheidung.

Beigeordentenwahl Radevormwald : Debatte über Beigeordneten-Rückzug

Die Entscheidung von Christian Klicki löst unterschiedliche Reaktionen aus.

Nachdem der gewählte Beigeordnete Christian Klicki noch vor Antritt des Amtes seinen Rückzug erklärt hat, geht die Debatte über die Causa Beigeordnetenwahl weiter. Auf seiner Facebookseite bekam der 27-Jährige von Parteifreunden und Weggefährten viel Zuspruch. Dejan Vujinovic, CDU-Ratsherr in Radevormwald, erklärt: „Ich bedauere deine Entscheidung zutiefst, kann sie aber nachvollziehen.“ Vujinovic übt Kritik an Bürgermeister Johannes Mans, der nach der Expertise eine Fachkanzlei die Wahl von Christian Klicki beanstandet hatte. „Der Bürgermeister hat sich in keiner Art und Weise für dich eingesetzt und hat diese Situation provoziert.“

Andere Kommentatoren bezeichneten den Umgang der Verwaltung und Politik mit dem jungen Beigeordneten als „unglaublich“ und „dilettantisch“. Bernd-Eric Hoffmann, Fraktionsmitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) im Radevormwalder Rat, räumt ein, dass der ganze Vorgang unerfreulich sei: „Unabhängig von der inhaltlichen Beurteilung finde ich persönlich den Umgang, insbesondere aus der Verwaltung heraus, gelinde gesagt nicht gut.“ Die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Pizzato bezeichnet Klickis Rückzug als „schade, sehr schade“. Die Liberalen hatten den CDU-Kandidaten mitgetragen.

Elisabeth Pech-Büttner, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grünen ist der Auffassung, dass Klicki „rechtzeitig die Reißleine gezogen“ habe, weil eine weitere Prüfung nicht gut für ihn ausgegangen wäre. Pech-Büttner wünscht sich für den neuen Anlauf, einen Beigeordneten zu finden, „dass es nicht wieder um ein Parteibuch geht“.

Großes Bedauern über den Verlauf der Dinge äußert Dietmar Busch, der Fraktionsvorsitzende der Radevormwalder CDU. „Am Montag haben wir Fraktionssitzung, dann werden wir darüber reden, wie es weitergeht“, kündigt er an. Von den Einwohnern der Stadt habe er viel Unverständnis über die Art und Weise gehört, wie mit dem gewählten Beigeordneten umgegangen worden sei.

Elisabeth Pech-Büttner, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Foto: Grüne

Für die Stadt sei die Tatsache, dass nun vorerst kein Beigeordneter und Kämmerer die Verwaltung verstärkt, ein großes Problem. Es gebe viele Projekte, die angepackt werden müssten, aber Dietmar Busch prognostiziert, dass sich vorerst wenig tun werde. „Es wird September oder gar Oktober werden, bis wir einen Beigeordneten haben“, vermutet er. Und damit werde einer der wichtigsten Posten der Verwaltung für längere Zeit vakant sein.