Radevormwald: Feuer im Kinderzimmer - Junge rettet sich

Radevormwald : Feuer im Kinderzimmer - Junge rettet sich

Dichter Rauch quoll am Dienstag gegen 14.40 Uhr aus einer Wohnung im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße. Es roch nach verbranntem Gummi. Nach Angaben von Feuerwehrchef Wilfried Fischer hatte sich im Bereich einer elektrischen Anlage im Kinderzimmer ein Feuer entzündet. Die Ursache steht noch nicht fest. Die Kriminalpolizei ermittelt.

25 Einsatzkräfte der Feuerwehr (Hauptamtliche, Löschzug I aus Stadt und Herbeck) bekämpften das Feuer sowohl vom Balkon (mit der Drehleiter) als auch von der Eingangstüre.

Ein nach Angaben eines Nachbarn 13-jähriger Junge war zum Zeitpunkt des Brandes alleine in der Wohnung und spielte gerade im Wohnzimmer, als der Rauchmelder schrillte. "Er rannte sofort raus, zog die Tür hinter sich zu und schrie um Hilfe", sagte Fischer. Das sei ein vorbildliches Verhalten gewesen. Als die Feuerwehr eintraf, war auch der Vater des Jungen mittlerweile zu Hause, der den Einsatzkräften die Wohnungstüre öffnete.

"Wir haben das Feuer im Zimmer des Jungen unter Atemschutz mit wenig Wasser gelöscht, so dass sich der Schaden in Grenzen hält", sagt der Feuerwehrchef. Dennoch muss das Zimmer komplett renoviert werden, und auch die übrige Wohnung ist zunächst nicht bewohnbar. Schon am Nachmittag kam die Familie bei Familienangehörigen und Freunden unter. Da es in der Nachbarschaft freie Wohnungen gibt, entscheidet sich heute, ob die Familie umzieht.

Wilfried Fischer freut es, dass alle Wohnungen in dem Haus über Rauchmelder verfügen. "Wir haben deshalb viel Glück gehabt, waren schnell vor Ort und konnten Schlimmeres verhindern, denn verletzt wurde niemand", sagte er. Aufatmen auch bei den Nachbarn. Als die Feuerwehr eintraf, hatten sich die meisten schon ins Freie vors Haus geflüchtet und beobachteten von dort das Geschehen.

Karin Cassisi wohnt im Erdgeschoss direkt unter der betroffenen Wohnung. "Mein Sohn wollte gerade essen, als wir den Rauchmelder hörten und einen Jungen, der laut im Hausflur um Hilfe schrie", berichtete sie. Sofort schnappte sich die Frau ihren Hund und rannte mit ihrem Sohn nach draußen. "Man weiß ja nie, was dann noch so alles passiert", sagte sie.

Tuna Karaagac saß vor seinem Laptop in der Wohnung gleich nebenan, als er die Hilfeschreie des Nachbarjungen hörte. "Plötzlich war Panik. Wir sind sofort rausgelaufen und haben den Rauch gesehen, die Tür aber nicht geöffnet", sagte er. Seine Mutter dachte noch daran, mit einem Eimer Wasser zu löschen, aber der Rauch sei einfach viel zu dicht gewesen. "Wir haben nur gerufen, ob noch jemand in der Wohnung ist, und sind dann auch raus", sagte sie.

Schnell bildete sich vor dem Haus eine Menschenmenge, meist Nachbarn, die Angst um ihre Wohnungen hatten. Eine Frau berichtete, dass es in den ehemaligen LEG-Wohnungen, die unter Zwangsverwaltung stehen, häufiger Probleme mit Steckdosen gibt, aus denen Feuer rauskommt. "Die meisten sind undicht", sagte sie.

(RP)
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