Radevormwald: CDU stimmt für Frank Nipken

Radevormwald : CDU stimmt für Frank Nipken

Der Nachfolger des Beigeordneten und Kämmerers Rainer Meskendahl könnte aus dem Rathaus kommen. Der Leiter des Fachbereichs Rechnungsprüfung hat sich beworben. SPD, FDP, UWG und AL wollen noch beraten.

Es ist Tagesordnungspunkt zehn der Ratssitzung am Dienstag, 13. Dezember, 16 Uhr, im Bürgerhaus. Die Wahl des Ersten Beigeordneten steht an. Gesucht wird der Nachfolger von Rainer Meskendahl, der Ende März 2012 in den Ruhestand geht. Drei Bewerber stellten sich Mitte November im Hauptausschuss in nichtöffentlicher Sitzung vor. Die CDU hatte sich schnell für einen Kandidaten entschieden. Gestern erklärte der Fraktionsvorsitzende Christian Viebach auf BM-Anfrage, dass das Votum seiner Fraktion einstimmig auf den städtischen Mitarbeiter Frank Nipken gefallen ist. Auch der 54-Jährige bestätigte, dass er sich um die Stelle beworben hat.

Einblicke in die Finanzen

"Meine jetzige Tätigkeit hat mich dazu bewogen", sagt der gelernte Diplom-Verwaltungswirt und Verwaltungs-Betriebswirt, der zurzeit Leiter des Fachbereichs Rechnungsprüfung ist und künftig auch das Amt des Kämmerers bekleiden würde. Mit Finanzen kennt sich der Wermelskirchener also aus. "Das Thema wird uns noch sehr intensiv beschäftigen. Da habe ich Einblicke und sehe klare Prioritäten", sagt Nipken. Beworben hat er sich um die Stelle auch, weil er selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln schätzt. "Ich finde es schön, Entscheidungen treffen zu können", sagt er.

Falls er gewählt wird, sieht es Nipken als seine Hauptaufgabe, die Einführungsphase des Neuen Kommunalen Finanzmanagements abzuschließen. Die Stadtverwaltung hatte 2007 auf die "kaufmännische Buchführung" umgestellt, was aufgrund der Komplexität des Systems und der Arbeitsweise nicht so einfach ist. "Wir müssen das abschließen, um die Jahresabschlüsse wieder zeitnah zu erstellen und dem Rat die Möglichkeit zu geben, zu planen", sagt er. Das sei ins Stocken geraten. Nipken will mehr Struktur in die Arbeitsabläufe bringen. Hauptaufgabe müsse es sein, die Liquidität der Stadt zu sichern und Kredite umzustrukturieren. Die Vertretung des Bürgermeisters sieht Nipken als Abwesenheitsvertretung. Viel wichtiger ist für ihn, Präsenz in der Stadt zu zeigen. "Ich muss vor Ort sein, ich muss greifbar sein für Vereine, Verbände und Unternehmernetzwerk, denn bei Veranstaltungen lässt sich vieles besser klären als vom Schreibtisch", sagt Nipken, der verheiratet ist und in Wermelskirchen-Dhünn wohnt.

In den gehobenen Dienst

Nachdem er zunächst beim Finanzamt gearbeitet hatte, wechselte er zum Ordnungsamt in Wermelskirchen, dann in den gehobenen Dienst und zum Gemeindeprüfungsamt der Bezirksregierung Düsseldorf. Seit 1. April 1999 leitet er den Fachbereich Rechnungsprüfung in Rade. Der Wahl am Dienstag sieht er mit Spannung entgegen. "Man weiß immer erst nachher, was es gibt", sagt er.

(RP)
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