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Künstlermeile in Neuss: Mit starken Farben gegen Tristesse der Corona-Zeit

Künstlermeile in Neuss : Mit starken Farben gegen Tristesse der Corona-Zeit

Nie war sie so wertvoll wie am Sonntag: Die „12. Neusser Künstlermeile“, eine Veranstaltung von Neuss Marketing, kam sowohl bei den Kuntschaffenden sehr gut an. Endlich konnte man sich mal wieder begegnen – und das auch noch ohne Gesichtsmaske.

Die schneeweißen Pavillons auf Marktplatz und Freithof waren allerdings mit größeren Abständen als sonst aufgebaut worden – ein wenig führte das Virus also trotzdem Regie, aber das störte kaum.

Thomas Werz von Neuss Marketing hatte die Idee gehabt. Ihm schwebte vor elf Jahren ein kleines Montmartre vor. „Los ging es an der Krämerstraße mit zwölf Künstlern“, erinnerte er sich. Jetzt präsentierten 27 Künstler ihre Arbeiten, darunter auch solche, die während der Corona-Pandemie entstanden waren.

Regina Schmitz-Radies präsentierte neben vielen anderen Arbeiten so ein Corona-Bild: Gesichter mit den unterschiedlichsten Masken, und über dieser Szenerie schwebt eine Taube als Zeichen der Hoffnung. Ebenfalls sehr gelungen: Ihre karikaturenhafte Version der Rolling Stones. Bozena Heidemanns zeigte neben großformatigen Blumenbildern auch leicht abstrahierte Malerei von persönlichen Sehnsuchtsorten wie Island oder Irland. „Ich träume mich mit diesen Bildern in die entsprechenden Länder“, erklärte die Künstlerin. Johannes Schwelm bot nicht nur seine Bücher mit Titeln wie „Neuss ist schöner wie Paris“ feil, sondern auch seine Fotos, eingerahmt in Treib- beziehungsweise Fundholz. Einige Motive – wie die Trauerbuche – hatte er in der Quirinusstadt gefunden. Renate Linnemeier gehörte zu denen, die sich auf dieses Event gefreut hatten. Sie zeigte eine Fülle von kleinformatigen Arbeiten, Mischtechniken, grafische Werke – und immer wieder stand der Mensch im Mittelpunkt.

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Überwiegend sah es so aus, als hätten die Künstler sich mit starken Farben gegen die tristen Corona-Zeiten gestemmt. Das wurde besonders am Stand von Lenka Mikesowac und Irene Buber aus Willich deutlich. Wie Irene Buber „tickt“: Sie integriert in ihre Bilder gerne Uhren, die nebenbei auch noch verraten, wie spät es ist. Beide Frauen bemalen auch Textilien – schöne Stücke im Hippie-Look, auch in Form von Sofakissen.

Was Thomas Werz gefiel: „Die Kunstmeile ist gut besucht, aber nicht überlaufen.“  Optimal in Corona-Zeiten.