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Mönchengladbach: Pläne für NEW-Kundencenter im Hauptbahnhof und für Busbahnhof

Busbahnhof in Mönchengladbach : Debatte um NEW-Umzug in den Hauptbahnhof

Soll die NEW ihr Kundencenter vom Europaplatz ins Reisezentrum des Hauptbahnhofs verlegen und verlegen? Und dort Fernverkehr-Tickets statt der Bahn verkaufen? CDU und SPD sind nicht abgeneigt. Eigentlich geht es aber um einen völlig neuen Busbahnhof.

Die Zukunft des Servicecenters im Mönchengladbacher Hauptbahnhof beschäftigt derzeit die Politik im Rat. „Es wäre eine sehr charmante Lösung, wenn die NEW dort einziehen würde“, sagt CDU-Ratsherr Friedhelm Stevens, der auch Mitglied im Verwaltungsrat des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) ist. Wie Felix Heinrichs (SPD), Aufsichtsratschef der zuständigen NEW-Tochter „Mobil & aktiv“ bestätigte, laufen bereits seit einiger Zeit Überlegungen, den Ticketverkauf der NEW vom Europaplatz in den Hauptbahnhof zu verlegen und damit die dort entstehende Lücke zu schließen: „Das kann eine gute Lösung sein, aber es muss wirtschaftlich für die NEW darstellbar sein“, sagt Heinrichs. Die Deutsche Bahn (DB) schließt zum Jahresende ihr Servicecenter im Hauptbahnhof, weil sie dann nicht mehr Tickets für den Nahverkehr verkaufen darf. Seitdem droht ab 2020 das Szenario, dass Mönchengladbach zwar die einzige Stadt Deutschlands mit zwei Hauptbahnhöfen ist, in denen aber kein einziger Bahn-Mitarbeiter Fahrscheine verkauft.

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Am Montag hatten die Grünen einen Kauf oder wenigstens eine Anmietung der entsprechenden Fläche durch die Entwicklungsgesellschaft der Stadt (EWMG) ins Gespräch gebracht. Dies allerdings lehnt Heinrichs ab: „Man müsste das Gebäude wohl für viel Geld erwerben, muss dann investieren und hat eventuell Läden, die nicht richtig laufen.“ Der SPD-Fraktionschef kritisiert den Vorstoß der Grünen als vorschnell. Heute wird im Hauptausschuss darüber befunden.

Stevens befürwortet gleichwohl den Einzug der NEW in das Bahnhofsgebäude aus mehreren Gründen: Zum einen solle der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet werden, auf dem die NEW ihre derzeitige Ticketzentrale besitzt – ein Umzug käme somit der Umgestaltung gelegen. Zum anderen könnten Bahnfahrer mit einem Einzug der NEW in den Hauptbahnhof Fahrkarten für den Nahverkehr sowohl bei Transdev als auch bei der NEW kaufen. „Ein Monopol für den Fahrkartenverkauf im Nahverkehr könnte so verhindert werden“, sagt Stevens. Transdev hatte die Vergabe durch den VRR den Ticketverkauf für den Nahverkehr gewonnen. Neben Fahrkartenautomaten solle zusätzlich auch ein Schalter im Geschäft  „Press & Book“ eingerichtet werden, an dem eine persönliche Beratung angeboten werde, so Stevens. „Es wäre taktisch klug, wenn die NEW in der Ticketzentrale dann auch Mitarbeiter einsetzt, die Fahrkarten für den Fernverkehr verkaufen“, sagt der ÖPNV-Beauftragte der Union im Rat. Ob dies mit der Vergabe vereinbar ist, ist eine der Dinge, die noch geprüft werden müssen.

NEW-Aufsichtsrat Heinrichs warnt allerdings vor den Kosten für den ohnehin defizitären Nahverkehr. Es könne nicht sein, dass eine Bundesaufgabe, also der Verkauf von Fahrkarten für den Fernverkehr, von einem kommunalen Unternehmen mit kommunalen Mitteln subventioniert wird. Für ihn wie auch für Stevens ist deshalb auch der Einzug eines Reisebüros in den Hauptbahnhof denkbar. „Ich halte eine privatwirtschaftliche Lösung für besser.“

Ein möglicher Umzug des NEW-Kundencenters vom derzeitigen Standort am Busbahnhof hat aber noch eine ganz andere Dimension: Denn derzeit ringen Stadt, NEW und Gutachter um eine neue Gestaltung des gesamten Busbahnhofs. Denn auf einem großen Teil der Fläche des Europaplatzes, die heute noch als Busbahnhof dient, wird künftig  das Projekt „19 Häuser“ gebaut werden. Dafür wird auch Haus Westland abgerissen. Der gesamte Komplex wird derzeit völlig neu geplant. Dazu müssen sich Stadt, NEW und Verkehrsplaner darauf verständigen, wie viel Platz ein funktionierender Busbahnhof noch braucht. Wie nah rückt der Busbahnhof etwa an den Hauptbahnhof heran? Wo sollen Taxis stehen können? Was ist mit Carsharing, was mit Leihfahrrädern? Und was ist mit dem bisherigen Autoverkehr, der noch immer über den Europaplatz rollt? „Der Busbahnhof muss zu einem Mobilitätsanlaufpunkt werden und die verschiedenen Mobilitätsarten miteinander vernetzen“, sagt Heinrichs. „Und dazu muss vieles ineinander greifen.“