Mönchengladbach: Kritik an Verkauf von Haus Erholung

Debatte in der Bezirksvertretung Nord: Politik kritisiert geplanten Verkauf von Haus Erholung

Auf dem Abteiberg sollen ein Kongresszentrum plus einem Hotel entstehen. Dafür will die Stadt das Haus Erholung und ein benachbartes Grundstück verkaufen. Ob es dafür eine politische Mehrheit gibt, ist jedoch fraglich.

Kontrovers diskutierten die Politiker in der Bezirksvertretung (BV) Nord den geplanten Verkauf eines zentralen Areals auf dem Abteiberg: Die Stadt und ihre Tochter EWMG wollen das Haus Erholung und das Grundstück, wo derzeit das alte Haus Zoar abgerissen wird, verkaufen. FDP, Grüne, Linke und auch die SPD, die mit der CDU in der Groko die Mehrheit im Stadtrat bildet, zeigten sich skeptisch. Vor allem der Verkauf stößt auf Kritik, SPD, FDP und Grüne plädieren für Erbpacht, um der Stadt auch in Zukunft Gestaltungsspielraum zu sichern. Damit ist die Mehrheit für die Verkaufspläne nicht gesichert.

David Bongartz von der EWMG und Stadtplaner Rafael Urbanczyk präsentierten in der Sitzung Details für die europaweite Ausschreibung der zu verkaufenden Immobilie. „Das Ziel des Verfahrens ist der Verkauf des südlichen Grundstücks und des Hauses Erholung sowie die Entwicklung eines ersten Hotels am Platze und eines Kongresszentrums“, sagte Bongartz. Die Hotelnutzung gehöre ebenso zu den in der Ausschreibung formulierten Bedingungen für Interessenten, außerdem Architektur und Planung sowie die Verpflichtung zu Realisierung und Wirtschaftlichkeit. Parkplätze sollen unterirdisch geschaffen werden, womöglich angedockt an die bestehende Tiefgarage, die zum Jahresende wieder in die Verantwortung der Stadt kommt. Der Kaufpreis soll laut Bongartz mindestens bei der Summe liegen, mit der die Immobilie bei der Stadt in den Büchern steht und sei nach oben offen. Wie hoch der Buchwert ist, sagte er nicht. Auch Kämmerer Michael Heck wollte dies auf Anfrage unserer Redaktion nicht nennen.

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Urbanczyk betonte die städtebaulichen Ziele: Der Rahmenplan Abteiberg sehe vor, den Parkplatz hinter dem Haus Erholung aufzugeben und dadurch die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Der angrenzende Hans-Jonas-Park soll ausgeweitet, das zum Verkauf stehende Areal dorthin geöffnet werden.

Michael Hildemann (SPD) forderte einen Erbpachtvertrag, statt alles zu verkaufen. Damit sichere sich die Stadt – Beispiel Maria Hilf – Gestaltungsspielraum. Ähnlich argumentierte Boris Wolkowski (Grüne). Auch die FDP spricht sich gegen den Verkauf aus. „Warum sollte die Aufwertung nicht mit einem langfristig angelegten Pachtvertrag möglich sein?“, fragt Fraktionschefin Nicole Finger. Die Liberalen kritisieren, dass auf eine nicht-öffentliche Beratungsvorlage verwiesen wird, die der FDP bisher noch nicht vorliegt. Auf dieser Basis ließe sich nicht entscheiden. Für den Antrag, das Thema zu vertagen, gab es jedoch keine Mehrheit.