Mönchengladbach: Die Zukunft des NEW-Musiksommers

NEW-Musiksommer in Mönchengladbach: Ersatzspielort kann Dauerlösung werden

Noch ist offen, ob der NEW-Musiksommer auf der Spielwiese im Bunten Garten bleibt. Vieles spricht aber dafür.

Es war wie bei einem großen Picknick. Tausende Menschen saßen jeden Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr auf Decken, in mitgebrachten Liegestühlen oder auf Campingstühlen auf der großen Spielweise im Herzen des Bunten Gartens und lauschten gemütlich der Musik. „Party in the Park“ nennt der Engländer so etwas. Was im United Kingdom funktioniert, das gab es in diesem Sommer auch im Bunten Garten. Der NEW-Musiksommer musste wegen des Umbaus der Kaiser-Friedrich-Halle die Konzertmuschel verlassen und fand auf der Spielwiese ein Ausweichquartier. Das entpuppte sich als so ideal und kam so gut beim Publikum an, dass man nun darüber nachdenkt, ob die Spielwiese zur Dauerlösung werden kann. Das größte Argument dafür ist, dass derzeit nicht feststeht, wie es mit der Gastronomie in der Kaiser-Friedrich-Halle weitergeht. Dagegen sprechen höhere Kosten für den Veranstalter NEW.

„Die Logistik war auf der Spielwiese anfangs eine Herausforderung. Wir mussten jeden Sonntag alles neu aufbauen und anschließend wieder abbauen“, sagt Frank Nießen, der zusammen mit Mickey Bernard die Eventagentur „mehr pepp“ betreibt und den Musiksommer für die NEW organisiert. „Der erste Sonntag schlug direkt voll ein“, erinnert sich Nießen. Schnell wurde klar, dass man zu klein gedacht hatte. Am zweiten Konzertsonntag wurde die Gastronomie erweitert, der Biergarten vergrößert und die Parksituation entschärft. Rund 12.400 Besucher hatten am Ende die sechs Konzerte besucht. „Die Resonanz des Publikums war überwältigend. Fast alle, die mich ansprachen, sagten, dass es ihnen noch besser gefallen habe, als in den Jahren davor“, sagt Nießen.

Ob die Spielwiese im Bunten Garten nun zu einer dauerhaften Lösung werden kann, ist derzeit offen. „Es ist noch zu früh, um eine Entscheidung zu treffen“, sagt Christina Achtnich. Das liege vor allem an der Gastronomie. Die Pressesprecherin der NEW verweist auch auf die höheren Kosten, die auf der Spielwiese entstehen. Im Sinne des Musikerlebnisses wäre jedoch ein Verbleib am neuen Standort. Denn vor der Konzertmuschel an der Kaiser Friedrich-Halle gibt es einen künstlich angelegten Teich. Die Besucher müssen daher seitlich von der Bühne stehen und können sie nicht richtig sehen. Das ist auf der Spielwiese anders. Dort ist das Publikum direkt an der Bühne, es herrscht eine Art Festival-Atmosphäre, und es ist familiärer.

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„Mit der Gastronomie hängen wir völlig in der Schwebe“, sagt Frank Nießen. Wichtig sei am Ende aber ein zufriedenes Publikum, das gerne wiederkommt. Und das hat es auf der Spielwiese in diesem Sommer gegeben, auch wenn rund tausend Besucher weniger kamen als im Vorjahr, was aber auch an den hohen Temperaturen lag. Eines haben die Konzertmuschel und die Spielwiese als Standort des NEW-Musiksommers gemein: Die Spendenbereitschaft ist enorm hoch. Bei den sechs Konzerten im Bunten Garten kamen rund 13.000 Euro für soziale Zwecke in der Stadt zusammen. Darauf ist man bei der NEW stolz.

Im kommenden Jahr geht der NEW-Musiksommer bereits in seine 20. Auflage. Dann sollen hochkarätige Musiker aus der Region auf der Bühne stehen. Ginge es nach der Mehrzahl der Besucher, steht die dann wieder auf der Spielwiese.

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