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Mönchengladbach: Gastronomie in Unsicherheit

Vor dem Start in Mönchengladbach : Gastronomie in Unsicherheit

Ab heute dürfen die Restaurant-Inhaber ihre Geschäfte in Mönchengladbach wieder öffnen – aber nicht alle wollen das wegen der Vorschriften. Viele haben die Zeit für Verschönerungsarbeiten genutzt.

Plötzlich ging es doch ganz schnell. Nicht erst in der zweiten Maihälfte oder zu Pfingsten, sondern bereits an diesem Montag darf die Gastronomie wieder öffnen. Das gab die Landesregierung am vergangenen Mittwoch bekannt. Ein kurzfristiger Entschluss, der nicht nur Freude unter den Gastronomen in der Region auslöste. Denn eine Wiedereröffnung ist an zahlreiche Vorschriften gebunden. Nicht jeder kann und möchte diesen nachkommen.

Paris Houdeloudis gehört zu denen, die ab Montag wieder öffnen. Er betreibt das Restaurant Salinas im Volksgarten. „Natürlich freuen wir uns. Je länger gewartet wird, desto mehr Probleme hätten wir bekommen. Bis Montag bedeutet das aber Stress“, sagt Houdeloudis. Er hatte ursprünglich nicht mit einer Öffnung vor Juni gerechnet. Am Wochenende standen daher Streichen, Terrasse reinigen und Verschönerungsarbeiten an. „Momentan ist es auch nicht einfach, an Desinfektionsmittel zu kommen“, sagt er. Mit dem Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter zum Nachbartisch hat Houdeloudis hingegen kein Problem: „Wir haben das Glück, zwei große Außenterrassen zu haben.“ Bis zu 80 Leute kann er demnach unterbringen. Er rechnet mit einer wirtschaftlichen Auslastung von 40 bis 50 Prozent.

Erfreut von der unerwartet schnellen Öffnung der Gastronomie zeigte sich auch Andreas Graf, Vorsitzender der Dehoga Mönchengladbach: „Ein Anfang ist gemacht. Die Leute werden es positiv annehmen.“ Die Gäste müssen sich jedoch mit einigen Maßnahmen arrangieren: Beispielsweise muss jeder Gastronomiebetrieb nun Kontaktdaten und Sitzplätze seiner Gäste protokollieren. Es ist nur eine von vielen Vorschriften, die nun einzuhalten sind. Graf stellt diesbezüglich viel Redebedarf bei den Gastronomen fest. Alleine am Freitag hätten bis zu 80 Anrufe abgearbeitet werden müssen, um Details zu klären. Die Unsicherheit ist groß, wie die Vorgaben im Einzelfall umzusetzen sind. Sedat Gezegen hat sich daher entschieden, das Cafe Trotzdem in Rheydt nicht zu öffnen: „Das hat finanzielle und organisatorische Gründe.“ Er glaube ohnehin nicht, dass viele Gäste kommen.

Oliver Segner, Mitinhaber des Mokka in Mönchengladbach, wird ebenfalls nicht sofort öffnen. „Frühestens in einer Woche“, sagt er. Unter seinen Mitarbeiter habe keiner „Juchhu“ geschrien. Denn auf Masken, Abstände und womöglich Plastikscheiben zwischen den Tischen habe keiner Lust. „Wenn das Ordnungsamt draußen die Scheibe zwischen den Tischen nicht zulässt, krieg ich vielleicht vier Tische belegt“, sagt er. Nino Abate, Inhaber der Tavernetta da Nino, nimmt ab sofort Reservierungen wieder an, hält aber auch an seinem To-Go-Service fest: „Das funktioniert jetzt, das behalten wir erst einmal bei“, sagt er.

Der Betrieb im Biergarten an der Bolten-Brauerei in Neersbroich wird hingegen wieder anlaufen. „Es hat sich abgezeichnet und wir haben schon darauf gewartet“, sagt Bolten-Chef Michael Hollmann. In dem Biergarten werden nur so viele Tische aufgestellt, dass der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Hollmann appelliert zudem an seine Kollegen, die Vorschriften einzuhalten. Denn eine zweite Infektionswelle „wäre eine Katastrophe“. Nicht nur für die Gastronomie.