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Mönchengladbach: Aufgrund der gesunkenen Inzidenz dürfen Geschäfte weiter öffnen – vorerst

Inzidenz als ständige Gefahr für Schließung : Der Einzelhandel in Mönchengladbach bleibt offen – vorerst

Durch die gesunkene Inzidenz muss der Mönchengladbacher Einzelhandel ab Montag nicht schließen. Das Szenario bleibt aber akut. Den Händlern könnte künftig ein Hin- und Her drohen.

Für den Großteil der Einzelhändler in der Stadt war der Blick auf die Inzidenzzahlen am Donnerstag von großer Bedeutung: Denn nach Dienstag und Mittwoch drohte der dritte Tag in Folge, an dem der Wert über der 150-Marke liegt. Die Konsequenz laut dem neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetz: Geschäftsschließungen ab dem zweiten Tag nach dem dritten Tag in Folge mit einer Inzidenz über 150. Ab Montag, da der Samstag ein Feiertag ist, hätten demnach viele Einzelhändler ihre Geschäfte schließen müssen. Es wäre dann vorerst nur das „Click and Collect“-Modell zulässig gewesen, also das Abholen vorbestellter Waren am Geschäft.

Am Donnerstag sank der Inzidenzwert allerdings wieder auf 137,5 – und damit unter die kritische Marke. Alles bleibt also wie gehabt – Shopping ist weiterhin nach vorheriger Terminabsprache und mit einem negativen Test möglich. „Bis auf Weiteres“, sagt Franziska Rehmert, Inhaberin der Boutique Marie Claire in Rheydt. Denn das Szenario drohender Schließungen könnte nun regelmäßig auf die Händler zukommen: Steigt die Inzidenz bereits am Freitag wieder über die 150er-Marke und bleibt dort auch am Samstag und Sonntag, müsste am Dienstag geschlossen werden.

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„Man kann sich dem nur fügen“, sagt Rehmert. Nachvollziehen kann sie die Regel aber nicht. „Seit 14 Monaten müssen wir mit dem Hin- und Her leben, und bis heute gibt es keine vernünftigen Konzepte, nach denen alle ihrer Tätigkeit nachgehen können.“ Für sie sind der Einzelhandel, die Gastronomie und die Kultur „Bauernopfer“ der Politik. „Die kleinen Händler waren nie das Problem. Es ist kein Ort, an dem man sich infiziert.“

Marc Fahrig, Geschäftsführer von Möbel Schaffrath, moniert den Planungsaufwand, um jederzeit reagieren zu können. „Das ist sehr schwierig und komplex, ständig mit Szenario A, Öffnung, und Szenario B, Schließung, zu planen. Gleichzeitig bedeutetet es eine hohe Unsicherheit für unsere Mitarbeiter und Kunden. Da blickt ja kaum noch jemand durch“, sagt Fahrig.

Jan Kaiser, Geschäftsführer des Handelsverbands in Mönchengladbach, bemerkt bei Händlern viel Ärger über die Regelung – und über Ungleichbehandlung. Denn neben Lebensmittelläden sind Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte und Gartenmärkte davon ausgenommen und dürfen unabhängig von der Inzidenz öffnen. „Das führt zu viel Unverständnis“, sagt Kaiser.

Sollte der Fall übrigens eintreten, dass die Geschäfte aufgrund der neuen Regelung schließen müssten, sind fünf Tage in Folge mit einer Inzidenz von unter 150 nötig, damit die Läden am zweiten Werktag darauf wieder öffnen dürfen.