Mönchengladbach: Das dritte Weihnachtssingen auf dem Rheydter Marktplatz 2018

Weihnachtssingen : Tausende singen „O du fröhliche“ in Rheydt

So war das Weihnachtssingen auf dem Marktplatz in Rheydt

Der Regen konnte die Weihnachtssinger von Mönchengladbach nicht bremsen: Rund 3000 Menschen kamen auf den Rheydter Martkplatz, um gemeinsam weihnachtliche Klassiker zu singen. Begleitet wurden sie von Chören und einem Bläserquintett.

Als das Bläserquintett der Bettrather Musikanten „Leise rieselt der Schnee“ anstimmt, kommen vom Himmel hoch dicke Regentropfen her. Schirme werden aufgespannt, die Liederhefte fester in den Griff genommen. „Weihnachtlich glänzet der Wald: Freue dich Christkind kommt bald!“ schmettert es aus tausenden Kehlen über den Rheydter Marktplatz. Manche Sänger sitzen wacker auf der Tribüne vor der festlich beleuchteten evangelischen Hauptkirche, viele stehen auf dem Pflaster mit Blick auf das diesmal nur spärlich beleuchtete Rathaus. Die Lichterketten sind seit einigen Monaten kaputt, den Stadtverantwortlichen ist es offenbar nicht gelungen, sie rechtzeitig reparieren zu lassen.

Aber weihnachtliche Stimmung hängt weder vom Wetter noch von der Beleuchtung ab. Fast 3000 Menschen sind zur dritten Auflage des von Bernd Gothe vom Mönchengladbacher Karnevalsverband (MKV) und dem Rheydter Citymanagement organisierten und von dem Möbelhaus Schaffrath, der städtischen Marketinggesellschaft MGMG und der Rheinischen Post unterstützten Weihnachtssingens gekommen. Umsonst, draußen und gemeinsam heißt die Devise. Familiäres Flair inklusive.

Die Familien Keuser und Martin sangen kräftig die klassischen Weihnachtslieder mit. Foto: Bauch, Jana (jaba)

„Wir sind regelmäßig dabei“, sagt Rita Nowaschewski. „Die Atmosphäre ist einfach toll. Zu Hause singen wir leider weniger.“ Ihr Mann Waldemar ergänzt: „Ich mag alle Weihnachtslieder. Und ich singe mit, so weit ich kann.“ Lana Grötschel ist zusammen mit ihrer Freundin Sabrina Achterberg da. Sie ist textsicher, beherrscht die zwölf Klassiker, die heute auf dem Programm stehen. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn so viele Leute zusammenkommen, um gemeinsam zu singen“, sagt Sabrina Achterberg. Annette Wyes hat sich zum Anlass für ein passendes Styling entschieden: Unter dem roten Regencape trägt sie eine große Licherkette. Das große Singen sei für sie ein Stück Weihnachten. „Ich finde schön, dass Rheydt es wieder versteht zusammenzukommen.“

Rita und Waldemar Nowaschewski sind regelmäßig dabei. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Auf der Bühne moderiert Bernd Gothe, Ehrenvorsitzender des MKV und „Erfinder“ des Weihnachtssingens, gemeinsam mit Günter vom Dorp. „Ein solches Freundschaftssingen ist in dieser Zeit ganz wichtig“, betont Gothe. Er begrüßt das Prinzenpaar und MKV-Chef Gert Kartheuser, ruft dazu auf, auch geflüchtete Menschen an der Freude dieses Festes teilhaben zu lassen. Günter vom Dorp erklärt den Unterschied zwischen Weihnachtsmann („erfunden von einem Süßgetränkehersteller“) und Nikolaus („hat eine tiefere Bedeutung“), begleitet charmant die Künstler auf der Bühne.

Lana Grötschel und Sabrina Achterberg waren textsicher. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Da ist der Kinder- und Jugendchor St. Laurentius aus Odenkirchen unter der Leitung von Stephanie Borkenfeld-Müllers. Mit dabei sind auch der Nuwerker Männerchor „MGsingt.de“ und das Bläserquintett aus Bettrath. Zwölf Lieder umfasst der Abend, beginnt mit „Alle Jahre wieder“ und endet mit „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Und bei „O Tannenbaum“ singt mancher die niederrheinisch-persiflierende Variante: „O Tante Traut, wie frech sind deine Blagen!“ Zwischen den Stücken werden Gedichte vorgetragen. Niclas Quade, der Stadt-Kinderhoppediz, gibt ironisch „Mein Weihnachtsfest“ zum Besten: „Das ganze Jahr bin ich ein Bengel, Weihnachten werd ich zum Engel.“ Die kleine Anna trägt „Grüner Kranz“ vor, ein nicht ganz so kleiner Wolfgang „Knecht Ruprecht“.

Anette Wyes hatte sich dem Anlass entsprechend gekleidet. Foto: Bauch, Jana (jaba)

„Ich hoffe, wir haben Sie auf das Weihnachtsfest eingestimmt“, sagt Gothe, als nach etwa einer Stunde alle Lieder gesungen sind. „Möge es für alle ein Fest der Freude für die Familie werden.“ Zum Abschluss gibt es Gesang und Trompetenklänge von Hans-Peter Jonen – zu Glühwein und Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt.