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Mönchengladbach: Warum der Wald in Zeiten von Corona ein guter Ort ist

Natur-Kolumne : Wie wichtig der Wald jetzt ist

Naturpädagogin Elke Kamper erklärt, warum der Wald in Zeiten von Corona ein guter Ort für Familien ist. Und wie er gegen Langeweile helfen kann.

„Das sind gerade sehr herausfordernde Zeiten für Familien mit Kindern“. Dies ist ein Satz, den wir in diesen Tagen oft hören, und Familien brauchen jetzt von allen Seiten unendlich viel Unterstützung. Zum Glück gibt es momentan noch die Möglichkeit, mit der Familie in den Wald zu gehen und dort ein wenig Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Das Thema Waldbaden ist ja zum Beispiel gerade in aller Munde.

Nur ist es mit Kindern manchmal nicht ganz so einfach, sich längere Zeit im Wald aufzuhalten. Auch wenn wir das nicht wirklich verstehen, den Kleinen wird oft nach kurzer Zeit schon langweilig. Ich arbeite seit 14 Jahren als Naturerlebnispädagogin und habe schon viele Kurse im Wald geleitet, um Kindern und Erwachsenen die Natur auf spielerische Art näher zu bringen.

Denn leider haben viele Kinder heutzutage auch Angst vor und in der Natur. Ich habe es schon erlebt, dass Kinder vor herabfallenden Blättern Angst haben oder vor Libellen panisch davon laufen. Wenn Sie das nächste Mal mit der Familie in den Wald gehen, können Sie mit Naturerlebnisspielen sowohl die Angst, aber auch die Langeweile vertreiben.

Ich würde den Eltern empfehlen, bevor sie mit den Kids in den Wald gehen, im Internet zwei oder drei Wegspiele herauszusuchen. Man muss die Kinder im Wald nicht durchgehend bespaßen, auch nicht als Naturerlebnispädagogin. Aber es macht allen Spaß, den Großen und den Kleinen, wenn man auf einer Wanderung durch den Wald ein paar coole Spiele aus der Tasche zaubern kann.

Es gibt eine große Anzahl an tollen Spielen. Bei den meisten Spielen kommt es natürlich auf das Alter der Kinder an. Starten Sie doch beim nächsten Besuch im Wald oder Park mit dem Naturentdeckerspiel „Mein geheimer Lieblingsschatz“. Nehmen Sie für jedes Familienmitglied einen 6er-Eierkarton mit. Über die Dauer des Spaziergangs sammeln alle heimlich ganz besondere Naturschätze. Wichtig ist, dass jeder sechs Schätze sammelt und versucht etwas so Besonderes zu sammeln, von dem er sicher ist, dass der Andere so etwas nicht gesammelt hat.

Es geht also darum, nicht die erstbesten sechs Schätze aus der Natur zu sammeln, sondern auch die anderen zu beobachten. Was sammeln die denn so? Wo finde ich etwas ganz Besonderes? Aber respektieren Sie dabei die Natur. Nichts wird mutwillig abgerissen oder zerstört.

Am Ende der Wanderung zeigen sich die Ausflügler in sechs Runden jeweils ihren  Schatz. Wenn etwas mehrfach gesammelt wurde, ist es als Schatz ungeeignet. Gewonnen hat die Person, die etwas gesammelt hat, was sonst niemand in seinem Eierkarton hat. Bei dem Spiel, kann man sich gegenseitig auch erklären, was man da gesammelt hat und wenn man es nicht weiß, dann nimmt man den Schatz mit nach Hause und schaut dort in Büchern oder im Internet nach, um was es sich handelt.

An dieser Stelle schreibe ich regelmäßig über Erlebnisse im Wald und stelle Spiele vor, die sich besonders gut für Familien eignen. In diesem Sinne, viel Spaß und bis bald im Wald!

Elke Kamper ist Naturerlebnispädagogin, Wildbienenexpertin und Entspannungspädagogin sowie Mutter von zwei Kindern.