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Radevormwald: Die Brennnessel stärkt, reinigt und schützt

Die Kraft der Kräuter : Die Brennnessel stärkt, reinigt und schützt

Die Brennnessel ist eine kraftvolle Heilpflanze. Samen, Blätter und Wurzeln sind wertvoll für den menschlichen Organismus.

Die Brennnessel gehört zu den kraftvollen Frühlingskräutern, die Anke Höller in der Themenserie „Die Kraft der Kräuter“ vorstellt. Die Kräuter-Expertin aus Borbeck schätzt die Pflanze, weil sie ein vielfältiges Wirkspektrum hat. „Die Brennnessel ist blutbildend, regt den Stoffwechsel an und hat auch eine stärkende, wassertreibende und blutreinigende Wirkung“, sagt Anke Höller.

Das Erscheinungsbild der Brennnessel muss sie selten erklären, denn jeder hat bereits eine hautreizende Erfahrung mit der Pflanze gemacht und erkennt sie deswegen gut in der freien Natur. Sie wächst in der Sonne und im Schatten, blüht von Juli bis September und gehört zu der Familie der Nesselgewächse. Junge Blätter kann man von März bis Oktober sammeln, genauso wie die Wurzeln. Die Samen sammelt man am besten im Herbst. Wer Brennnesseln sammeln will, sollte die oberen, jungen Blätter aussuchen. Um sich nicht zu stark zu verbrennen, greift man die Pflanze von oben und zerstört beim Abtrennen der Blätter die Brennhaare der Pflanze. Die Samen der Pflanze beinhalten Fettsäuren und entzündungshemmende Stoffe. „Die Samen werden als Vital- und Sexualtonikum eingesetzt.“

Kräuterfrau Anke Höller. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Die Blätter der Brennnessel haben einen hohen Eiweißgehalt und enthalten alle acht essentiellen Aminosäuren. Dazu liefern sie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Wurzel der Heilpflanze schützt die Prostata des Mannes. „Die Brennnessel hat alles, was wir brauchen. Sie ist einfach fantastisch. Brennnessel hilft bei der schnellen Ausleitung von Entzündungsstoffen über die Niere und hilft gegen Gicht und Arthrose“, sagt Anke Höller. Auch eitle Menschen können die Kraft der Brennnessel für sich nutzen, denn Kieselsäure stärkt die Haare und Nägel und wirkt sich positiv auf das Hautbild aus. Die Vitamine A, C und E sind auch als „Anti-Aging-Vitamine“ bekannt.

In Radevormwald wächst die Brennnessel auf allen Wiesen und an Wegesrändern. Die Heilpflanze ist in großen Mengen, meistens direkt vor der Haustür, zu finden.

Anke Höller empfiehlt, sich die Brennnessel als Frühjahrskur zu Nutze zu machen. „Sie ist eine hervorragende Stoffwechsel-Pflanze, die man zum Beispiel als Tee trinken kann. Brennnessel kann auch wie Spinat gegessen werden oder in Suppen verkocht werden. Als Tinktur kann man die Brennnessel gegen Haarausfall in die Kopfhaut einmassieren“, sagt die Besitzerin des Kräuterstübchens in Borbeck. Ihr Lieblingsrezept, um die Brennnessel in der Küche zu verarbeiten, ist ein alt überliefertes Rezept aus Radevormwald.

Der Brennnessel-Kartoffel-Traum ist nicht nur traditionell, sondern auch sehr gesund. Für das Rezept braucht man 500 Gramm Kartoffeln, einen halben Teelöffel Salz, zwei handvoll Brennnesselspitzen, etwas warme Milch, einen Stich Butter, Pfeffer und Muskatnuss.

„Zunächst schäle ich die Kartoffeln und koche sie in Salzwasser, und dann kommt auch die Brennnessel mit ins Wasser. Sobald die Kartoffeln gar sind, schütte ich das Wasser ab und stampfe sie mit der Brennnessel, Milch und Butter. Danach wird das Püree gewürzt.“

Das verfeinerte Kartoffelpüree schmeckt frisch und rückt die Brennnessel in ein ganz neues Licht. Beliebt ist die Brennnessel auch für Wildkräutersuppen, die man aus Brennnessel, Giersch, Möhren, Kartoffeln, etwas Butter, Wasser und Sahne kochen kann. Die Brennnessel ist eine starke Pflanze, die auf feinstofflicher Ebene, äußere Einflüsse abwehren und vor Reizüberflutung schützen soll. Im Volksmund heißt die Brennnessel auch Donnernessel oder Hanfnessel.
Darauf muss man achten Wer Wildkräuter in der Natur sammelt, sollte einige Grundsätze beachten. Man sollte nur die Pflanzen sammeln, die man kennt und eindeutig bestimmen kann. Außerdem sollte man beim Sammeln von Kräutern Straßenränder, Hundelaufstellen und gedüngte Wiesen meiden.

Anke Höller empfiehlt auf jeden Fall ein achtsames Sammeln. Das bedeutet, immer nur wenige Kräuter von einer Sammelstelle zu nehmen, um den Fortbestand der Pflanze zu gewährleisten und natürlich nur so viele Kräuter zu sammeln, wie man wirklich braucht und verzehren kann.