Handball: Unitas sinnt in Remscheid auf Revanche

Handball : Unitas sinnt in Remscheid auf Revanche

Christoph Seher kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Torhüter spielte in der vergangenen Saison noch für die HG. Jetzt will er mit der Haaner Mannschaft einen Sieg holen und so erfolgreich in die Rückrunde starten.

Heute starten die Unitas-Handballer in die Oberliga-Rückrunde. Ihre Devise heißt wieder einmal: "Neues Spiel, neues Glück". Denn nach der unglücklichen Niederlage im Derby gegen Mettmann-Sport war der Frust doch groß. Kai Müller will sich aber nicht allzu lange mit der Vergangenheit aufhalten. "Das bringt uns nicht weiter. Natürlich war die Enttäuschung groß, aber wir müssen die letzten Wochen abschütteln", sagt der Haaner Trainer. Allerdings verrät der Blick zurück, dass seine Mannschaft im Titelrennen doch einiges an Boden verlor. Denn in den letzten fünf Begegnungen fuhr sie lediglich einen Sieg ein. Die zwei Punkte reichten nicht, um Rang zwei zu verteidigen, vielmehr rutschte die Unitas am Ende der Hinrunde auf den fünften Platz ab.

Und ausgerechnet jetzt kommt es wieder zum Vergleich mit der HG Remscheid. Jener Mannschaft also, die den Haaner den Saisonstart vermieste, als sie am Ende mit der ersten Führung in der zweiten Halbzeit noch beide Punkte einheimste. Zuvor hatten die Unitas-Handballer den Kontrahenten über weite Strecken im Griff, schafften es aber nicht, den Sack vorzeitig zuzumachen. Heute Abend (19.15 Uhr, Halle Neuenkamp) sind die Karten neu gemischt. Gleichwohl scheinen die Remscheider die besseren Trümpfe in der Hand zu halten. Denn nach einer durchwachsenen ersten Hinrundenhälfte steigerten sie in den letzten sechs Begegnungen beständig ihre Form und katapultierten sich mit sechs Siegen auf den zweiten Platz.

Drei Zähler trennen die Oberliga-Rivalen aktuell. Die Haaner wollen alles daran setzen, dass es nicht mehr werden. Doch Kai Müller weiß: "Wir haben da schon ein dickes Brett vor der Nase. Die Remscheider Mannschaft hat sich gefunden und mehr Qualität ins Spiel bekommen." Für den Unitas-Coach steht fest: "Wir gehen sicher nicht als Favorit in die Partie." Vor allem in der Abwehr sieht er seine Mannschaft gefordert. "17 oder 18 Gegentore in einer Halbzeit sind einfach zu viel", betont er und hat eine klare taktische Marschroute vor Augen: "Wir müssen den Gegner besser bekämpfen, dann kommen wir automatisch in unser Spiel mit den Tempogegenstößen." Einfache Treffer sind das Ziel der Haaner, denn im gebundenen Angriff tun sie sich nach wie vor schwer. Die Spielweise der Gastgeber hilft vielleicht. "Die HG kommt gerne übers Eins-gegen-eins - wir haben also gar keine andere Wahl, als in die Zweikämpfe zu gehen", konstatiert Müller. Die Basis für ein schnelles Umschaltspiel wäre damit gelegt.

Der aktuelle Oberliga-Zweite ist jedenfalls auf der Hut. "Ich erwarte, dass es diesmal genauso dramatisch wird wie im Hinspiel", sagt Lukas Steinhoff und fügt hinzu: "Diese Partie könnte allerdings attraktiver werden." Freiwillig wollen die Hausherren die Punkte nicht abgeben. Der HGR-Coach betont: "Kleinigkeiten werden die Begegnung entscheiden. Wir wollen Tabellenzweiter bleiben und müssen beweisen, dass wir das verdient haben." Die Unitas will genau das verhindern.

(RP)