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Politik gibt grünes Licht für Lindenpark

Wohnbebauung in Mettmann : Politik gibt grünes Licht für Lindenpark

Gegen die Stimmen von SPD, UBWG und Piraten/Linke hat der Hauptausschuss – der derzeit die Befugnisse des Rates hat – den Bebauungsplan beschlossen. Anwohner sind sauer, die Firma Fondium zeigt sich resigniert.

Die Politik hat den Weg freigemacht, um die Pläne für den Lindenpark in die Tat umzusetzen. Der Hauptausschuss – der in der Corona-Krise zurzeit die Entscheidungsbefugnisse des Rates hat – hat sich in seiner Sitzung am Dienstagabend gegen den Vorschlag der UBWG ausgesprochen, Vertreter der Firma Fondium mit Repräsentanten der Stadt Mettmann in einem Moderationsverfahren an einen Tisch zu bringen.

Baudezernent Kurt-Werner Geschorec zeigte sich eigenen Angaben zufolge „überrascht“ über diesen Antrag. Schließlich hätten derlei Gespräche bereits stattgefunden, sagte Bürgermeister Thomas Dinkelmann. „Und wir befinden uns am Abschluss eines Verfahrens, das nun schon über drei Jahre läuft, mit Vorbereitung schon etwas länger“, betonte Geschorec. Der Bebauungsplan sei ja schließlich bereits ein Interessensausgleich, da alle kritischen Stimmen via Bürgerbeteiligung und Stellungnahmen schon eingeflossen seien. CDU, FDP und Grüne betonten, dass die Zeit nun reif für diese Entscheidung sei, die Stadt Mettmann brauche weitere Wohnbebauung, von der der Mettmanner Bauverein als Bauherr zudem einen Teil mit sozialer Bindung plant.

Die Anwohner sind nach wie vor sauer: „Viele Fragen sind weiterhin ungeklärt. Wir hätten uns gefreut, wenn man Anwohner und Betroffene mal in persönlichen Gesprächen beteiligt und nicht nur um Stellungnahme gebeten hätte“, zeigt sich Jens Wendland von der Bürgerinitiative Georg-Fischer-Straße auf Nachfrage unserer Redaktion insbesondere von städtischem Verhalten enttäuscht. Ob die Anwohner nun klagen wollen, sei noch nicht klar, sie wollen sich zunächst abstimmen. Nach wie vor sei man gesprächs- und verhandlungsbereit.

Mit Klage hatte aber auch die Firma Fondium gedroht. Sie sah sich durch die neue Siedlung in ihrem Geschäftsbetrieb beeinträchtigt. Es sei ein Unterschied, ob in diesen Wohnhäusern Mitarbeiter des Unternehmens leben, die aus Loyalität bereit sind, auch einmal Lärm- und Geruchsbelästigungen hinzunehmen, oder ob es neu Hinzugezogene sind. „Was wir nicht brauchen, sind irgendwelche Anwohnerklagen“, sagt der geschäftsführende Mit-Gesellschafter Achim Schneider am Mittwochmorgen auf Nachfrage unserer Redaktion. Befragt nach den nächsten nun geplanten Schritten gibt sich Schneider zurückhaltend: Das Unternehmen werde die Sachlage prüfen; ob es zur Klage kommt, werde erst dann entschieden. „Wir werden versuchen, an Politik und Anwohner zu appellieren, dass wir zuerst da waren“, sagt Schneider.

Das klingt nicht mehr sehr angriffslustig, und tatsächlich beschäftigen das Unternehmen derzeit andere, wirtschaftliche Probleme: „Wir haben im April und Mai fast nicht gearbeitet, weil wir keine Aufträge haben“, berichtet Schneider, in beiden Werken herrsche Kurzarbeit. Und während für den Standort in Singen in Zusammenarbeit mit der dortigen Gewerkschaft und dem Betriebsrat ein Sanierungspaket habe geschnürt werden können, „ist das in Mettmann nicht möglich“, sagt Schneider. Doch „wir haben zwei Standorte und bekennen uns zu unseren zwei Standorten“, betont er.