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Mettmann: Ein ausgezeichneter Kindergarten

Mettmann : Ein ausgezeichneter Kindergarten

Die neue Kita Kirchendelle ist ein Vorzeigemodell. Vorbildlich: das Energiekonzept und Inklusion.

Der neue Kindergarten Kirchendelle, der im Februar eröffnet worden ist, ist aus mehreren Gründen ein Vorzeige- und Modellkindergarten. Bei der Planung und Realisierung der in Kooperation zwischen Kreis und Stadt Mettmann errichteten Kindertagesstätte Kirchendelle wurde nachhaltig gebaut. Neben einer Photovoltaikanlage wurden eine Sole/Wasser-Wärmepumpe für die Wärmeerzeugung und eine Regenwassersammel-Anlage für die Toilettenspülung und Gartenbewässerung errichtet. Das Gebäude wurde in Holzbauweise realisiert. Damit hat der Bauherr einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz geleistet und der Atmosphäre dauerhaft 326 Tonnen CO2 entzogen. Dafür bekam die Kita gestern eine Urkunde von der CO2-Bank. Die CO2-Bank ist eine Initiative der Wald- und Holzwirtschaft und wird durch den Landesbeirat Holz Nordrhein-Westfalen vertreten. Sie ist eine Datenbank, die die Qualität und Menge der Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) durch den Einsatz von Holzwerkstoffen international dokumentiert.

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Die Kita-Kirchendelle hat in puncto Inklusion ebenfalls Modellcharakter. Die Kita besuchen 106 Kinder im Alter von vier Monaten und sechs Jahren. 17 Kinder haben ein Handicap. "Sie haben körperliche, emotionale oder entwicklungsspezifische Probleme", sagt Addy Brückner-Winkel, die gemeinsam mit Sylvia Kupras die Einrichtung leitet. In zwei Gruppen werden Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam betreut und unterrichtet. "Das klappt prima", sagt Brückner-Winkel. Das liegt auch an dem guten "Versorgungs- und Betreuungsschlüssel". 30 Mitarbeiter arbeiten in der Kita. Darunter sind Logopäden, Heilpädagogen, Sozialpädagogen, und andere therapeutische Kräfte. "Zwischen behinderten und nicht-behinderten Kindern gibt es keine Grenzen. Sie gehen sehr liebevoll miteinander um und haben zusammen sehr viel Spaß", berichtet Addy Brückner-Winkels. Zur gezielten Förderung gibt es für die heilpädagogischen Kinder Therapieräume, in denen sie von festangestellten Therapeuten betreut werden.

Doch das ist nicht alles: Die Räume sind groß und hell, in die Gruppenräume sind Spielgeräte wie Rutschen oder kleine Klettergerüste eingebaut. Ein größeres Gerüst steht im Atrium, dem zentralen Punkt der Tagesstätte. Daran schließen sich die einzelnen Häuser an, in denen jeweils zwei Gruppen untergebracht sind. Dort können die Kinder je nach Bedürfnis spielen oder im Ruheraum kuscheln oder Mittagsschlaf halten. Ein besonderes Highlight sind die Turn- und die Themenräume, sagt Addy Brückner-Winkels. Bei der Gestaltung dieser Räume haben die Kinder ein Mitspracherecht. Die Geräte im Turnraum werden morgens mit ihnen aufgebaut, sie entscheiden, ob sie an dem Tag Lust auf das Trampolin, einen Kriechtunnel oder Schaukeln haben. Auch die Themenräume richten sich nach den Interessen der Kinder. Es gibt einen Technik-, Lese-, Mathematik, Tanz- und Bewegungsraum und einen Ruheraum. Angebote, die von allen Kindern genutzt werden.

Die Außenanlagen sind zu 90 Prozent fertiggestellt, sagt Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür. Die Spielgeräte (Rutschen, Kletterwand, Wasserspiele, Spielhäuschen, Sandkasten) sind in die Landschaft integriert worden.

Alter Baumbestand wurde erhalten, neue Bäume und Sträucher sind gepflanzt worden. "Die Arbeit mit den Kindern macht uns großen Spaß", sagt Brückner-Winkels. Und den Kindern auch.

(RP)