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Lokalsport: Judo-Club 71 will zurück in die Bundesliga

Lokalsport : Judo-Club 71 will zurück in die Bundesliga

Verein und Mitglieder haben sich auf die "Mission 2020" geeinigt. In sechs Jahren soll in Hilden wieder erstklassig gekämpft werden.

20 Jahre ist es her, dass in Hilden zum bisher letzten Mal Bundesliga-Judo gekämpft wurde. Aus finanziellen Gründen hatte sich der Judo-Club 71 Düsseldorf, der seine Stützpunkte in Hilden und Düsseldorf hat, damals aus der zweiten Bundesliga zurückziehen müssen - seit dem schaffte es kein Judo-Verein aus Hilden oder Düsseldorf mehr bis ganz nach oben.

Das soll sich jetzt ändern: Mit der "Mission 2020" will es der Verein binnen sechs Jahren schaffen, seine Judoka in die Bundesliga zu bringen. "Wir haben bei unseren Sportlern das Potenzial und gleichzeitig im Verein die Kapazitäten und finanziellen Voraussetzungen, um es wieder zurück in die Bundesliga zu schaffen", sagt Sebastian Witzmann, der Vorsitzende des JC71. Diese Gemengelage habe sich in den vergangenen Jahren so deutlich verbessert, dass sie nun ein sehr fruchtbarer Boden für die Idee Bundesliga gewesen sei.

Mit 458 Mitgliedern sei der Verein so groß, dass der Wettkampfsport gut getragen werden könne. Zudem habe man Sponsoren, die Kleidung und auch einige nötige Wettkampfreisen finanzieren, sagt Witzmann. "Wir haben bei den Mitgliedern eine sehr breite Unterstützung für unser Vorhaben. Bei der Mitgliederversammlung waren statt sonst 20 um die 80 Leute da und haben für die Mission 2020 gestimmt", sagt der JC71-Vorsitzende. Das zeige, wie hoch das Engagement für den Leistungssport in dem 1971 gegründeten Verein sei. "Vor einigen Jahren sind wir eine Kooperation mit dem Verein Post Düsseldorf eingegangen. Damit hatten wir quasi keine eigene Mannschaft, haben aber jetzt gemerkt, dass wir eh den größten Teil der Wettkämpfer stellen. Also können wir auch genauso gut wieder mit eigenen Teams starten", sagt Witzmann.

Die Frauenmannschaft des JC71 kämpft nun aktuell in der Oberliga. Sie hat bei der ambitionierten "Mission 2020" damit die besten Chancen das Ziel Bundesliga zu erreichen. "Die Frauen sind nur zwei Ligen von der Bundesliga entfernt - das bis 2020 zu schaffen, ist sehr realistisch", glaubt der Vorsitzende.

Bei den Herren gestalte sich das Unternehmen schon schwieriger. Die starten derzeit in der Bezirksliga - müssten ab jetzt also jedes Jahr aufsteigen, um in sechs Jahren in der zweithöchsten deutschen Liga angekommen zu sein. "Das ist schon sehr ambitioniert und im Judo hat das auch noch kein Verein geschafft. Aber wir haben herausragende Einzeltalente und ein super Teamgefüge. Außerdem wächst das Team noch weiter", zeigt sich Witzmann optimistisch, dass vor allem durch die Jugendarbeit im vereinseigenen Leistungssportzentrum der Aufstieg machbar ist.

Mit Peter Schlatter, Judo-Europameister und Diplom-Judolehrer am Hildener Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, stellt sich der Verein in der Sportlichen Leitung zudem neu auf. Gemeinsam mit Schlatter sollen der zweifache Deutsche Meister Harald Neuhaus und der Hildener Lukas Krautmacher, ehemaliger Bundesliga-Judoka, dafür sorgen, dass siegfähige Teams entstehen.

Als Trainer werden die amtierende Deutsche Meisterin Claudia Ahrens und der zweifache Polnische Meister und Träger des sechsten Dans Edmund Schulz den Verein verstärken. "Dass wir solche Leute als Trainer gewinnen können, haben wir auch dem überregional bekannten guten Ruf unseres Leistungsstützpunktes zu verdanken. Die Trainer wissen, dass sie hier engagierte Leute antreffen, mit denen sie ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen können", sagt Witzmann.

Vorrangig wolle der Verein den sportlichen Aufstieg mit den jetzigen JC71-Athleten und dem eigenen Nachwuchs schaffen. Letzteren gelte es in den kommenden Jahren noch stärker als bisher zu fördern und zu fordern. Allerdings gebe es beim JC71 derzeit in einigen Klassen noch Nachholbedarf - zum Beispiel in der Gewichtsklasse 100plus. "Da wird es sich nicht vermeiden lassen, dass wir auch ein paar Judoka von außerhalb holen müssen. Denn wir müssen in allen Klassen besetzt sein, um in den Ligen mitzukämpfen. Wir haben aber jetzt schon gute Sportler bei der U15 und auch der U12. Einige davon gehen wohl auch in die Richtung dieser schwereren Klassen, so dass sich das Problem auf Dauer von selbst lösen sollte", sagt der Vorsitzende.

(RP)