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Mettmann: Elektrofahrzeuge unterm Jubi aufladen

Mettmann : Elektrofahrzeuge unterm Jubi aufladen

Die Kreissparkasse und die Bäckerei Schüren betreiben die erste öffentliche Ladestation in Mettmann. Parkplätze gibt's in der Tiefgarage.

Die erste öffentliche Ladestation für Elektroautos und E-Bikes in Mettmann stellten gestern Roland Schüren, Inhaber von Bäcker Schüren, und Thomas Döring, Filialdirektor der Kreissparkasse Düsseldorf vor. In der Tiefgarage der Kreissparkasse unter dem Jubiläumsplatz stehen derzeit zwei Parkplätze mit vier Ladestation für E-Fahrzeuge und Pedelcs (E-Bike) zur Verfügung. "Ich fahre selbst Elektroautos", sagt Roland Schüren. Sein Bäckerei-Konzept betont die Nachhaltigkeit. "Wenn man bedenkt, wie viel Ruß und Lärm herkömmliche Fahrzeuge verursachen, dann sind Elektrofahrzeuge deutlich im Vorteil und zukunftsweisend."

Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen bis 2020 auf deutschen Straßen eine Million Elektrofahrzuge unterwegs ein. "Damit das gelingt, müssen verschiedene Akteure zusammenarbeiten", sagt Filialdirektor Thomas Döring. Im Kreis Mettmann gibt es derzeit 95 zugelassene Elektrofahrzeuge.

Und es hat geklappt. Roland Schüren, der bereits mehrere Ladestationen unterhält, sprach vor Wochen mit Thomas Döring über das Thema. Der Filialdirektor war begeistert von der Idee. In der Tiefgarage existiert bereits eine Kältemaschine der Bäckerei. An sie wurde das Aufladesystem einfach angeschlossen. Rund 11 000 Euro, so Schüren, hat die Anlage gekostet.

Die Sparkasse stellt die beiden in grüner Farbe gestrichenen Parkplätze zur Verfügung. Inhaber der Sparkassencard können mit der GiroGo-Funktion (kontaktloses Bezahlen) an den Strom aus der Steckdose kommen und ihr Auto aufladen. Oder sie holen eine Leihkarte in der Bäckerei auf dem Jubiläumsplatz, mit der sie den erschöpften Akku kostenlos aufladen. Normalerweise braucht man bis zu fünf Karten, um in Deutschland oder im Ausland an der richtigen "Zapfsäule) Strom zu bekommen. Der Aufladevorgang dauert ein bis zwei Stunden (je nach Fahrzeug und nach Zustand des Akkus). "In dieser Zeit können die Autobesitzer einen Stadtbummel machen oder bei uns frühstücken", sagt Schüren und lacht. Ein Problem sind freilich die Öffnungszeiten der Tiefgarage: Sie ist nämlich sonntags dicht. "Wir werden mit der Kreissparkasse Gespräche führen", sagt Schüren.

Der Elektroantrieb ist dem weit verbreiteten Antrieb mit Verbrennungsmotoren in verschiedenen Eigenschaften überlegen. Dazu zählen beispielsweise die vorteilhafte Drehmoment- und Leistungscharakteristik des Elektromotors, der zumeist einfachere Aufbau des Antriebsstrangs und die fast vollständige lokale Emissionsfreiheit in Bezug auf Schadstoffe und Lärm. Ebenso treten weniger Vibrationen als bei Verbrennungskraftmaschinen auf, die als Kolbenmotoren arbeiten.

Im Vergleich zu vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verfügen aktuell ausgeführte Elektrofahrzeuge zwar meist über geringere Reichweiten, dies ist im Alltagsgebrauch jedoch für viele Nutzungen unerheblich: Statistisch gesehen betragen die zurückgelegten Wege eines Automobils an über 90 Prozent der Tage weniger als 50 Kilometer.

(RP)