Germania Opladen nahm in den vergangenen Monaten neun neue Sänger auf

Männerchor hat 2020 viel vor : Probe bei offenem Fenster brachte Germania Opladen Nachwuchs

Der Männerchor Germania Opladen hat in den letzten Monaten neun neue Sänger aufgenommen

In die allgemeine Klage über das Männerchorsterben müssen sie zum Glück nicht einstimmen. Im Gegenteil. Zwar muss sich auch der Opladener MC Germania jährlich von langjährigen Sängern verabschieden, die aus Altersgründen den Probenbesuch nicht mehr schaffen oder gestorben sind. Aber der traditionsreiche Eisenbahner-Chor kann sich zugleich über Neuzugänge freuen. Die Adressen von neun neuen Mitgliedern hat der Kommunikationsbeauftragte Burkhard Uri in den vergangenen sieben Monaten in seine Mailing-Liste aufnehmen können.

Was den Verantwortlichen für Vereins-Homepage und Facebook-Auftritt besonders freut: Einige sind tatsächlich über das Internet auf die Germania aufmerksam geworden. Beim jüngsten Neuling war das anders, da waren die sommerlichen Temperaturen ausschlaggebend. Alle Fenster des Sängerheims standen bei der Probe an einem heißen Freitagnachmittag offen. „Ach, ich hab in meinem Herzen da drinnen einen wunderbaren Schmerz“ klang es aus dem Sängerheim just in dem Augenblick, als der 24-jährige Steffen Stein draußen vorbeikam. Er kam herein und wollte mitmachen. Das Lied hatte ihn tief berührt, was er später dem Vorsitzenden Bernd Frank genauer erläuterte: Damit habe sein Opa seiner Oma einen Heiratsantrag gemacht. Seitdem ist er sozusagen als Enkel adoptiert von den größtenteils deutlich älteren Sängern, die nicht nur zusammen musizieren, sondern auch eine familiäre Gemeinschaft pflegen.

Es ist eine echte Großfamilie mit derzeit 70 aktiven Sängern. Was sie zusammenhält ist nicht zuletzt der Chorleiter Eugen Momot, dessen humorvolle, zugleich verbindliche und fordernde Art den Mitgliedern gefällt. „Normalerweise müsste man für seine Proben Eintritt zahlen“, sagt Uri, denn: „Er versteht es wirklich mit Esprit und Humor den Chor zu führen. Das ist wichtig für alte Knaben wie uns.“ Dass die Chemie zwischen professionellem Leiter und Laiensängern passt, ist für alle Chöre wichtig, ganz unabhängig vom Altersschnitt. Stimme hat bekanntlich etwas mit Stimmung zu tun. Da ist es wenig hilfreich, schlechte Intonation zu beklagen. Freundliche Worte können viel mehr bewirken, um Trübungen auszumerzen. Es wird viel gelacht, nicht nur an Karneval, wenn sich die Chorfamilie regelmäßig „Nach dem Zug“ im Sängerheim trifft.

Am 19. April findet der diesjährige Jazz-Frühschoppen statt und Ende Mai wird das legendäre Sommerfest gefeiert. Die dreitägige Sängerfahrt im Juni führt dieses Mal nach Minden, wo auch ein Konzert mit buntem Programm geplant ist. Im September nimmt der Chor am Bezirkschorfest des Bundesbahnsozialwerkes teil. Musikalischer Höhepunkt ist das Jahreskonzert am 18. Oktober. Aktuelles auf www.germania-opladen.de.