Leverkusen: Stadtelternrat: 1000 Kita-Plätze fehlen

Es besteht Handlungsbedarf : Stadtelternrat: 1000 Kita-Plätze fehlen

Elternvertreter bemängeln Bedarfsrechnung der Stadtverwaltung und pochen auf Kita-Neubauten.

Das Bild der klassischen Familie ist nur noch eines von vielen. Patchworkfamilien, gleichgeschlechtliche Paare oder Kinder mit mehr als zwei Eltern sind alltäglich. Beide Elternteile gehen arbeiten, wollen sich entweder beruflich verwirklichen oder können sich als Familie gar nur „über Wasser halten“, wenn alle Erwachsenen berufstätig sind. Die neuen Herausforderungen machen sich in der Gesellschaft schnell bemerkbar. Seit bereits einigen Jahren kontinuierlich im Fokus: die Kinderbetreuung. Die Kitas platzen aus allen Nähten, Kindertagespflege wird immer stärker und auch sonst suchen Eltern nach alternativen Möglichkeiten. Dabei den Überblick zu behalten, das fällt vielen Eltern schwer.

In Leverkusen soll das Bildungsportal (abrufbar unter www.leverkusen.de/kultur-bildung/bildungsportal) Abhilfe schaffen – sei es im Kleinkinder-Bereich, in schulischen Fragen oder beim Übergang von Schule in den Beruf. Aber auch konkreter Rat und Hilfe zu Bildungsfinanzierung und zur Erziehung oder Angebote für Erzieher und Fachkräfte sind dort zu finden. „Wir hoffen, so einen guten Überblick zu geben, an wen sich Familien wenden können“, sagt Miriam Buß vom Bildungsbüro, die die neue Homepage mit ihren Kollegen erarbeitet hat und diese nun beim Treffen des Stadtelternrats im Opladner Probierwerk vorstellte. Dass noch nicht alles reibungslos läuft, das melden einige Teilnehmer. Besonders beim Kita-Planer, der für die Vormerkung bei der „Wunschbetreuung“ verantwortlich ist, gibt es technische Schwierigkeiten. Da muss von der Stadt oftmals noch händisch korrigiert werden.

Besonders der Platzmangel der Kinderbetreuung stößt dem Vorstand des Stadtelternrates (SER) auf. Weiterhin gebe es in Leverkusen ein Defizit von rund 1000 Betreuungsplätzen. Wesentliche Verbesserungen seien nicht in Sicht. In der Berechnung der Stadtverwaltung würden mehr als  200 U3-Kinder unter den Tisch fallen. „Bis heute wurde nicht plausibel erklärt, warum die Kinder, die vom 31. Juli bis zum 30. Oktober eines Jahres geboren werden, nicht in der Jugendhilfeplanung in die Gruppe der Null-  bis dreijährigen Kinder einfließen. Oben wachsen Kinder in diesem Vierteljahr natürlich raus, aber unten werden bis zum Stichtag am 1. November eben auch neue Kinder geboren“, sagt  Oliver Ding, Vorsitzender des SER. Hoffnung wecke, dass mehrere Standortmöglichkeiten für Kita-Neubauten in der Jugendhilfeplanung aufgezählt würden. Bei einer zeitnahen Umsetzung – der SER wünscht sich hier zwei bis drei Jahre – könne dann tatsächlich von einer Verbesserung der Situation gesprochen werden.