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Tierschutz Monheim vermittelt Hunde und Katzen in Pflegefamilien

Tierschutzverein Monheim : Pflegemutter auf Zeit betreut Mischling

Der Monheimer Tierschutzverein hat sich im Februar neu gegründet. Inzwischen zählt er wieder 50 Mitglieder.

Neugierig schnüffelt das lockige, hellbraune Wollknäuel auf vier Pfoten an den Händen der Besucherin. „Lucy hofft darauf, dass es Leckerli gibt“, sagt Andrea Müller (Name geändert). Der elfjährige Pudel-Mischling ist fast taub, hat starke Arthrose und sieht kaum noch etwas. „Aber er ist eine ganz liebe Socke.“ Andrea Müller (59) ist seit September seine Pflegemutter auf Zeit.

Vermittelt wurde ihr Lucy durch den Monheimer Tierschutzverein. Der hat inzwischen 50 Mitglieder. 23 waren es bei der Neugründung im Februar 2019. Vorsitzende ist Gisela Herforth. Neben Andrea Müller haben sich inzwischen 13 weitere Menschen gemeldet, die Katzen, Kaninchen, Vögel, Hunde oder Hamster aus Notsituationen aufnehmen und sie so lange betreuen, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben. „Wir prüfen jede Familie, ob sie sich als Pflegestelle eignet“, sagt Herforth. Fallen Tierarztkosten an wie bei Lucy, übernimmt der Verein in der Regel das Honorar.

Andrea Müller liebt Tiere. Und sie hatte bereits eigene Hunde. Cairn-Terrier sind ihre Lieblingsrasse. Auch Yorkshire-Terrier lebten in ihrem Haushalt. „Zusätzlich habe ich manchmal Katzen von Verwandten übernommen oder mich als Hundesitterin bei Nachbarn angeboten“, sagt sie.

Und nun ist es Lucy, die ihre ganze Aufmerksamkeit beansprucht. „Es ist mein erster Pflegehund.“ Lucy komme aus einer Familie, die keine Zeit für sie hatte, sagt die 59-Jährige. Das habe Spuren bei dem Tier hinterlassen. Der Hund hat Allergien und darf nur auf die Unverträglichkeiten zugeschnittene Hundenahrung bekommen. Damit er seine Arthrose beim Laufen nicht so spürt, bekommt er Schmerztabletten. „Und Lucy war nicht sauber, als sie zu mir kam“, berichtet Müller. Immer wenn das Tier unruhig wird, geht sie deshalb mit ihm vor die Tür. Inzwischen klappt es nachts ganz gut. „Ich stehe aber immer um sechs Uhr auf, damit kein Malheur passiert“, sagt die Pflegemutter. In den Wochen bei ihr habe Lucy sich gut entwickelt. „Sie hat zugenommen und Muskeln aufgebaut.“ Und sie sei sehr lieb. „Lucy macht nichts kaputt.“ Dennoch sei der Pudel-Mischling kein Hund, den man gut in ein Restaurant oder zu Freunden mitnehmen könne. „Er braucht einen festen Platz zum Liegen, und er läuft viel herum.“ Eine Urlaubsreise mit Lucy sei deshalb kaum möglich. Wer sich beim Monheimer Tierschutzverein meldet und einen Hund vorübergehend aufnehmen möchte, kann Wünsche äußern. „Ein großes Tier hätte ich nicht nehmen wollen“, sagt Andrea Müller. „Das kann ich einfach nicht halten, wenn es an der Leine zerrt.“ Lucy ist ein Leichtgewicht. Würde sich die 59-Jährige noch einmal einen eigenen Hund anschaffen, würde sie „immer einen älteren Vierbeiner nehmen“. So einen wie Lucy.