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Handball: Philip Lehnert ist Langenfelds größtes Talent

Handball : Philip Lehnert ist Langenfelds größtes Talent

Der erst 22 Jahre alte Kapitän will morgen mit dem Fußball-Oberligisten TuRU Düsseldorf bei den Sportfreunden Baumberg punkten.

Er dürfte eines der größten Talente sein, die Fußball-Langenfeld jemals hervorgebracht hat. Für den ehemaligen Profi Marek Lesniak, der seinerzeit als Trainer beim Landesligisten TuSpo Richrath tätig war, stand das Urteil über Philip Lehnert auch früh fest: "Das wird mal ein richtig Guter." Rund 24 Monate später steht fest, dass Lesniak den richtigen Riecher hatte. Lehnert ist inzwischen der Mannschaftsführer des Oberligisten TuRU Düsseldorf - trotz seiner erst 22 Jahre.

"Philip ist ein junger, dynamischer Spieler. Er versucht immer, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Er macht das vorbildlich", sagt Frank Zilles. Natürlich hofft der TuRU-Coach, dass der Mittelfeldmann diese Fähigkeiten morgen (14.15 Uhr, MEGA-Stadion Sandstraße) in der für den Kampf um den Klassenerhalt sehr wichtigen Partie bei den Sportfreunden Baumberg gewinnbringend für Düsseldorf einsetzen kann.

Philip Lehnert war noch nie in der Kategorie der "Lautsprecher" unterwegs, die permanent irgendwie für sich werben müssen. Auf dem Platz machte er jedoch bald durch das ungewöhnlich rasche Erkennen von Situationen auf sich aufmerksam. Lehnert konnte viele Zweikämpfe früh gewinnen - und oft so rechtzeitig, dass die Gegenspieler schon verloren hatten, bevor von der Anwesenheit des klassischen "Sechsers" überhaupt etwas zu spüren war.

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Philip Lehnert verbrachte seine Zeit als Junioren-Fußballer bei TuSpo Richrath und beim SSV Berghausen, für den er auch sein erstes Seniorenjahr absolvierte. Nach dem Wechsel an den Richrather Schlangenberg fiel er regelmäßig durch starke Leistungen auf - und auch TuRu-Trainer Zilles wurde hellhörig. Im ersten Düsseldorfer Jahr hatte Lehnert noch Pech und musste wegen einer Fußverletzung länger aussetzen, doch inzwischen ist er längst zu einer der wichtigsten Stützen der Mannschaft geworden. Und es gibt nicht wenige, die ihm sportlich sogar mehr zutrauen. "Er hat dafür viele Voraussetzungen", sagt sein Trainer Zilles, "er muss nur ein bisschen mehr die Ruhe wahren."

Philip Lehnert sieht das so realistisch, dass er sich zunächst lieber um seine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann kümmert - die sich gerade dem Ende nähert. "Die Arbeiten habe ich alle geschrieben. Jetzt warte ich auf die Ergebnisse. Im Januar ist die mündliche Prüfung", erklärt der Fußballer aus Leidenschaft. Der Anschluss-Plan steht schon fest, denn im März 2015 beginnt das Duale Studium, dessen Ziel der Bachelor-Abschluss ist. Das Unternehmen, für das Lehnert dabei arbeitet, kennen sie in Baumberg als Sponsor sogar sehr gut - denn es ist die in Monheim ansässige Firma TML, deren Schriftzug die Trikots der Sportfreunde ziert. Für die 90 Minuten morgen wird das allerdings keine Rolle spielen.

Auf dem Platz haben beide Mannschaften genug mit sich selbst zu tun. "Wer dieses Spiel verliert, wird eine ungemütliche Winterpause haben", weiß Philip Lehnert, der als junger Kapitän ein junges Team anführt. Darin dürfte einer der Gründe liegen, warum die TuRU zu wenig Konstanz aufbaut und bisweilen zu viele Fehler einstreut.

Das Durchschnittsalter der TuRU zuletzt beim 0:3 gegen den TV Jahn Hiesfeld lag bei gerade mal 22,82 Jahren. Die deutlich erfahreneren Baumberger traten mit einem 26,60 Jahre alten Team an und unterlagen beim ebenfalls gefährdeten VdS Nievenheim trotzdem mit 1:2. Welches der beiden Systeme morgen wirklich greift, lässt sich kaum prophezeien. Dass Philip Lehnert eins der größten Talente ist, die der Langenfelder Fußball jemals hervorgebracht hat, steht sowieso längst fest.

(RP)