1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

Motorsport: Bergmeisters Finale in Brasilien enttäuschend

Motorsport : Bergmeisters Finale in Brasilien enttäuschend

Der Porsche-Werksfahrer beendete die schwierige Langstrecken-Weltmeisterschaft 2014 mit dem unbefriedigenden sechsten Platz.

Motorsport ist seine Leidenschaft. Dafür muss Jörg Bergmeister die Dinge meist auch sehr sachlich auf den Punkt bringen - um alle Risiken zu minimieren und trotzdem den größten möglichen Erfolg zu erzielen. Die ideale Kombination daraus konnte Bergmeister als Porsche-Werksfahrer in den USA herstellen, denn dort sicherte er sich in der früheren American Le Mans Series immerhin fünf Mal den Fahrertitel (2005, 2006, 2008 bis 2010). Deshalb hatte der Langenfelder natürlich darauf gehofft, auch nach dem Wechsel in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (World Endurance Chamiponship/WEC) von Anfang an wenigstens mal um den einen oder anderen Sieg mitfahren zu können. Als das neue Projekt mit dem Porsche 911 RSR im April des Jahres 2013 offiziell das Licht der Welt erblickte, waren alle im Werk sehr zuversichtlich. Bergmeisters Bilanz am Ende des zweiten Jahres fällt aber ernüchternd aus: 16 Rennen, null Siege. Die letzte Etappe für 2014 im brasilianischen Sao Paulo, auf die sich der 38-Jährige sehr gefreut hatte, änderte daran mit dem enttäuschenden Platz sechs wenig.

  • Im Porsche Cayman GT4 gelingt Tim
    Motorsport : Tim Scheerbarth macht den Jubiläumssieg perfekt
  • Fernando Alonso beim Großen Preis von
    Bitteres Ende : Sandwich-Verpackung beendete Alonsos Comeback-Rennen
  • Inevstor bei „Die Höhle der Löwen“ : Das müssen Sie zu Nico Rosberg wissen

Die Einschätzung vor dem Rennen: "Sao Paulo ist eine coole Strecke." Daran änderte sich zwar im Laufe der Dienstreise nach Südamerika wenig, doch die Liebe kühlte bereits beim Qualifying (Zeittraining) deutlich ab. Bergmeister und der Teamkollege Richard Lietz aus Österreich, die sich am schnellen Arbeitsplatz abwechselten, mussten sich mit dem vierten Rang begnügen - der fürs Sechs-Stunden-Rennen aber noch nicht das Ende aller Hoffnungen auf ein Top-Resultat war. Die Dämpfer ließen jedoch auf der Strecke nicht lange auf sich warten. Das Team erwischte beispielsweise den falschen Zeitpunkt für einen Boxenstopp, während die Konkurrenz, mit mehr Glück ausgestattet, in einer Gelbphase draußen war und dadurch weniger Zeit verlor. Außerdem hatte das Auto mit der Startnummer 91 (im Foto vorne) einen schleichenden Plattfuß und es gab zu allem Überfluss noch Ärger mit den Rennkommissaren.

Jörg Bergmeister wollte ein Überholmanöver entschlossen zu Ende bringen. Dabei kam es zu einem Kontakt mit einem Mitbewerber, den die Regelhüter ahndeten - wofür der Porsche-Pilot nicht das geringste Verständnis aufbrachte: "Das ist doch Motorsport. Ich würde es auf jeden Fall jederzeit wieder so machen." Im Paket reichte es letztlich bloß zum sechsten Platz, der noch einmal als größere Enttäuschung gelten musste. "Nur Sechster zu werden, haben wir sicherlich nicht verdient", sagte Richard Lietz. Bergmeister konnte dem Teamkollegen kaum widersprechen.

In der Analyse nach dem letzten Saisonrennen waren sich alle einig: Begeisterung sieht anders aus. "Insgesamt sind wir mit der Saison nicht vollkommen zufrieden", stellte etwa Dr. Frank-Steffen Walliser fest, der seit einigen Wochen der neue Motorsport-Chef bei Porsche ist. Jörg Bergmeister kann für sich persönlich Zahlen sprechen lassen. Dreimal reichte es wenigstens zum zweiten Platz - alleine zweimal bei den ersten Rennen in Silverstone und in Spa-Francorchamps. Dreimal gab es Rang vier sowie die Fast-Nullnummer beim Saison-Höhepunkt in Le Mans (30 Runden Rückstand) und Rang sechs vom Finale in Sao Paulo. Im Jahr 2014 war die Leidenschaft in erster Linie eine Mess-Einheit für Bergmeisters Frust-Toleranz. Jetzt hofft er, dass die Dinge ab 2015 wieder in erfolgreichere Bahnen finden.

(RP)