Fußball Der eine Tropfen zu viel

Fußball · Kersten Klein warf vor einer Woche sein Amt als Trainer des HSV Langenfeld II hin, weil er die nötige Unterstützung vermisste und keine gute Perspektive mehr sah – nach 25 Jahren als Spieler und Trainer in seiner "zweiten Heimat".

 Durchpusten: Die sportliche Ehe zwischen Trainer Kersten Klein und dem HSV schien ewig zu halten – bis sie doch zerbrach.

Durchpusten: Die sportliche Ehe zwischen Trainer Kersten Klein und dem HSV schien ewig zu halten – bis sie doch zerbrach.

Foto: Matzerath (ARCHIV)

Kersten Klein warf vor einer Woche sein Amt als Trainer des HSV Langenfeld II hin, weil er die nötige Unterstützung vermisste und keine gute Perspektive mehr sah — nach 25 Jahren als Spieler und Trainer in seiner "zweiten Heimat".

Mit dem Rücktritt von Kersten Klein als Trainer der zweiten Mannschaft ging jetzt beim HSV Langenfeld eine Fußball-Ära zu Ende. Seit 25 Jahren lebte Klein für "seinen" HSV, in dessen erster Mannschaft er zehn Jahre spielte — um dann nach der aktiven Karriere drei Jahre lang als Co-Trainer von Guido Röhrig zu arbeiten. Anschließend wechselte Klein als Cheftrainer in die Zweite, für die er zwölf Jahre die Verantwortung trug. "Das war natürlich eine ganz schwierige Entscheidung, der HSV ist so etwas wie eine zweite Heimat für mich. Ich bin auch traurig. Aber jetzt ging es einfach nicht mehr weiter", erklärt Klein, der über den HSV sogar seine Frau kennenlernte.

Noch in der abgelaufenen Saison leistete Klein mit der HSV-Zweiten Großartiges und belegte als Aufsteiger in die Kreisliga A den fünften Platz — was das vor der Saison niemand für möglich gehalten hätte. Das Ziel war seinerzeit "nur" der Klassenerhalt, aber Klein formte eine taktisch disziplinierte und vor allem eingeschworene Elf, die fußballerisch überlegene Kontrahenten durch ihren Kampf und Einsatzwillen in die Knie zwingen konnte.

Verlorene Stützen

Nach der Serie 2011/2012 gingen einige Spieler, weil sie mit der Gesamtsituation im Verein unzufrieden waren. Zusätzlich musste Klein die Stützen Oliver Wölkert und Patrick Schulz an die Erste abgeben. Schon im Laufe der vergangenen Saison hatte der (Ex-) Coach in Robin Bastian und Nils Hilberoth zwei Spieler, die er selbst zum HSV Langenfeld gelotst hatte, ans damalige Landesliga-Team verloren.

Der Kader, mit dem Klein vor einigen Wochen in die Vorbereitung startete, war deshalb sehr dünn besetzt und meistens fanden sich weniger als zehn Spieler zum Training ein. "Wenn du dann die ganze Zeit mit sieben Mann trainierst, kannst du keinen Erfolg haben. Und ich bin jemand, der Erfolg haben will", betont Klein, dessen Mannschaft dann beim vereinseigenen Vorbereitungsturnier kürzlich in der Vorrunde gegen gleich- oder sogar unterklassige Gegner deklassierende Niederlage erlitt. Der Coach fand alles ziemlich heftig: "Ich bin froh, wenn das Turnier vorbei ist."

Der einzige Hoffnungsschimmer war damals eine Ankündigung des Vorstands. Demnach sollte Klein einige der 30 Fußballer, die in der Vorbereitung bei der Ersten vorstellig wurden, für die Reserve bekommen. Bei einer außerordentlichen Spielersitzung, die auch über den Kapitän und den Strafenkatalog entschied, sollten die Neuen eigentlich anwesend sein.

Wie die Praxis aussah

Es kam allerdings keiner, sodass die Zweite plötzlich nur mit zwölf Leuten dastand. Und Klein war richtig sauer: "Es hatte sich in letzter Zeit einiges bei mir angestaut. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat." Kein Zweifel: Mit seinem Rücktritt ging eine Ära beim HSV zu Ende.

(mroe)
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