Vom Einsammeln bis zur Wiederverwertung : Das passiert mit unserem Altpapier

Die Wiederverwertung von Papier ist ein Beitrag zur Ressourcenschonung. Sie läuft in mehreren Stationen ab. Wir haben uns den Weg zurück zum Verbraucher einmal genauer angeschaut.

In manchen Haushalten fällt nach Entleerung des Papierkorbs ein kritischer Blick auf den Plan mit den Abholterminen: Denn so eine blaue Tonne kann schon mal schneller voll werden als geplant. Papier, von allerlei Kartons über Zeitschriften bis zu alten Schulheften und Briefumschlägen, prägt schließlich unseren Alltag. Doch was passiert mit dem ganzen Material?

1. Station: Langenfeld Im Jahre 2018 sind in Langenfeld 4209 Tonnen Papier angefallen. „Das ist ein normaler Durchschnittswert,“ sagt Abfallberater Dirk Heinrichs. Das Team des städtischen Betriebshofs sammelt das Papier ein und bringt es zur Sortieranlage der Firma Remondis an der Schneiderstraße. In jedem Abfuhrbezirk wird alle vier Wochen die blaue Tonne geleert. Etwa ein Viertel des Papiers ist Verpackungsmaterial, vor allem Kartonage. „Der Anteil steigt durch den Online-Handel stetig an“, so Heinrichs. Der Erlös aus den übrigen 75 Prozent, bestehend aus Zeitungs- und Zeitschriftenpapier sowie Schreibheften, fließt als Plus in die Berechnung der Abfallbeseitigungsgebühren ein. „Der Preis für Altpapier geht aber immer weiter in den Keller, weil das Ausland kein Papier mehr abnimmt“, so Heinrichs.

2. Station: Langenfeld Die Firma Remondis unterhält für Lieferungen aus zehn Städten im Kreis vier Umschlagplätze. Auch das Monheimer und Hildener Papier gelangt nach Langenfeld, wo es an der Schneiderstraße vorsortiert, von möglichen Störstoffen befreit und an papierverarbeitende Fabriken weiterverkauft wird. Für das nächste Jahr schreibt der Kreis die Verwertung übrigens wieder neu aus.

3. Station: Recycling in der Papierfabrik. Zu den Abnehmern des Altpapiers gehört unter anderem die Firma FS Karton. Die produziert an ihrem Neusser Standort unter anderem 350.000 Tonnen Faltschachtelkartons pro Jahr – Tendenz steigend. Der Betrieb läuft dabei 24 Stunden pro Tag. Das mit LKW angelieferte Material wird gereinigt und maschinell aufbereitet. So entsteht binnen einer halben Stunde aus altem Papier ein neuer Karton. Ewig wiederholen lässt sich dieser Kreislauf freilich nicht: Sieben Mal könne man die Papierfasern recyclen, erklärt Dirk Nickel, Einkaufsleiter beim Unternehmen: „Die Faser wird immer kleiner und irgendwann aus dem System rausgefiltert.“

4. Station: Erneute Nutzung Der Erlös aus dem Verkauf des Altpapiers komme letztlich komplett den Bürgern zugute, betont der Hildener Abfallberater Frank Berndt. Und auch das Papier selbst findet in verschiedener Form, von der Müsli-Verpackung bis zum Toilettenpapier, den Weg zurück zum Verbraucher. Die Stadt Hilden, sagt Berndt, engagiere sich nicht nur seit Jahren für de Nutzung recycelter Schulhefte, sondern setze auch selbst zu 100 Prozent auf Altpapier: „Jeder Brief der Stadt wird darauf gedruckt.“

In Langenfeld fallen jedes Jahr rund 4200 Tonnen Altpapier an. Hier kümmert sich die Stadt um den Abtransport. Foto: Ansgar Maria van Treeck

So sieht es in der Stadt Monheim am Rhein aus: Insgesamt rund 2700 Tonnen Papiermüll fallen im Jahr an, erklärt Manfred Hein vom Bereich Bauwesen. Die Abfuhr übernimmt das Unternehmen Awista im Auftrag des Kreises. Das Papier gelangt zunächst zur Sortieranlage in Langenfeld und von dort zum Recyclinghof in Mettmann.

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