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Langenfeld: Auf Schnüffeltour durchs Museum

Langenfeld : Auf Schnüffeltour durchs Museum

Jeden ersten Freitag ist Doggy-Day im Neanderthal-Museum: Ein großes Abenteuer aus Sicht eines kleinen Hundes.

Also, ich mache ja viel mit, mit meinem Frauchen: auf der Kö bummeln gehen, in Umkleidekabinen ausharren. Sogar im Open-Air-Kino war ich schon dabei. Jetzt wurde ich noch ins Museum geschleift. Gut, der Spaziergang vorher im Neandertal, der war ja nett. Es roch lecker am Wegesrand, und ich konnte überall das Bein heben.

Das durfte ich im Neanderthal-Museum natürlich nicht. Ich habe es sofort gemerkt: Obwohl hier jede Menge Steine rumliegen, ist das nicht draußen. Sogar Eintritt hat Frauchen für mich bezahlt: zwei Euro für vier Beine. Kopfhörer gab's für mich aber nicht. Brauch ich auch nicht. Hungrig bin ich zwar immer, aber bildungshungrig . . .? Außerdem hatte ich ja meine Whippet-Näschen im Einsatz, und das war manchmal sehr irritiert.

Zum Glück kam Rocco. Da war ich nicht allein als Vierbeiner zwischen all den Neanderthalern und Schamanen. Für gewöhnlich - erfuhren wir an der Kasse - kommen jeden ersten Freitag im Monat mehrere Hunde mit ins Museum zum Doggyday. Diesmal hatten Hitze und WM wohl potenzielle Besucher ans heimische Sofa gebunden.

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Uns aber nicht. Wir tippelten durchs Museum. Rocco, meine Leidensgenossin, war übrigens ein kleines Hundemädchen, ein bisschen vollschlank um die Hüften, so wie ich es mag, und nicht direkt unsympathisch. Während ihr Herrchen sich freute, sie nach einem ausgiebigen Marsch mit ins Museum zur Entwicklungsgeschichte der Menschheit nehmen zu dürfen, lauschten wir Hunde auf das Gezwitscher und Gesirre aus der Konserve. Ein bisschen hatten wir Zeit, uns vorsichtig zu beschnüffeln, ehe wir wieder in die Steinzeit abtauchten.

Wir liefen durch multimediale Tunnels, in denen es geheimnisvoll wisperte. Ich hab mich einfach an Frauchens Fersen geheftet, so unheimlich war das. Irgendwie habe ich dann doch mal hingeschielt auf diese halbnackte Dame hinter Glas, eine Vorfahrin von Frauchen, wie ich erfuhr. Nun ja: Mein "Dosenöffner" sieht schon etwas anders aus. Auch auf all diese in Bärenfelle gehüllten Neanderthaler, die vor 30 000 Jahren ausgestorben sein sollen, habe ich einen Blick geworfen. Und dann, oh Gott, was war das? Ein lebensgroßer Braunbär in der Schamanen-Ausstellung. Ich konnte gar nicht hinsehen, so gefährlich sah der aus. Ganz, ganz vorsichtig, habe ich rübergeschielt. Bis ich dann mal kapiert habe, dass der tot ist. Er roch auch so - ehrlich gesagt, ein bisschen muffig. Zumindest für mich.

Dann bin ich noch mit Frauchen durch die Schamanen-Schau und habe erfahren, dass die Jäger und Heiler Sibiriens einfach alles von ihren erlegten Tieren verwertet haben: Fleisch, Fett, Blut, aus Häuten und Fell haben sie Kleidung, Stiefel, Taschen und Zelte gemacht. Was die Menschen so alles schon konnten und immer noch können. Dagegen bin ich ja eine Null. Nicht mal die Schappi-Dose kriege ich allein geöffnet, und erst Recht nicht mein Essen selbst erlegt. Ansonsten warte ich auch nur auf Spaziergänge, meine volles Näpfchen und einen gemütlichen Abend auf dem Sofa. (Ach, ich glaube, ich sollte das jetzt gar nicht so öffentlich erzählen!).

Auf jeden Fall, war das im Museum so aufregend, dass ich im Café erst mal in meinen Schönheitsschlaf gefallen bin. Rocco (das Pummelchen aus dem Museum) kam in meinen Träumen vor. Es war ganz mutig und flüsterte: Lass' uns den Braunbären erlegen. Ich habe abgelehnt und gesagt: Lass' uns ein paar Frolic fressen. Ich habe genug Neanderthaler geschnuppert.

(RP)