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Monheim: Anpacken für den Abenteuerspielplatz

Monheim : Anpacken für den Abenteuerspielplatz

Morgen wird das rund 1500 Quadratmeter große Areal an der Kapellenstraße eröffnet. Nach vielen Jahren der Improvisation, bekommt der Multifunktionsspielplatz eine feste Bleibe und will auch im Herbst und Winter öffnen.

Ein großer Stapel mit langen, dicken Holzbrettern lagert neben der Schutzhütte auf dem Areal des komplett neu gestalteten Abenteuerspielplatzes. "Die Kinder können am Samstag bei unserem Eröffnungsfest sofort starten und mit dem Material die ersten Hütten bauen", freut sich Corinna Hartmann, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Abenteuerspielplatz. Sie ist schon ganz gespannt, was die Mädchen und Jungen aus dem gerade fertiggestellten Gelände machen. Noch wirkt es leer und aufgeräumt - und will erobert werden. Ein Zaun trennt die rund 1500 Quadratmeter große Fläche vom Kinderspielplatz und von der Kapellenstraße ab. Auf dem großen Rasen steht ein Bauwagen, in dem sich die Kinder bei schlechtem Wetter aufhalten können. Es gibt ein Toilettenhäuschen und eine robuste, großzügige Schutzhütte mit gepflastertem Untergrund. Sie bietet genug Platz für mehrere Biertische, Bänke und das Bau- und Spielmaterial.

"Der Platz ist deutlich größer, als unser Provisorium vorher", sagt Hartmann. "Die Kinder können sogar Fußballspielen." Die alte Anlage lag nur wenige Meter versetzt in Richtung Schützenplatz. Nach dem Probebetrieb (2005) an der ehemaligen Wilhelm-Busch-Schule, war der Abenteuerspielplatz an die Kapellenstaße gezogen - und blieb dort von 2006 bis zum Umbau ein Provisorium, das nur mit Hilfe der Nachbarschaft so lange durchhalten konnte. "Der Schützenverein hat uns mit seiner Küche ausgeholfen, beim 1. FC Monheim durften die Kinder die Toilette benutzen", beschreiben Kassiererin Edda Poell und Corinna Hartmann den oftmals schwierigen Alltag. Auch die Vereinsmitglieder, die alle ehrenamtlich aktiv sind, waren zwischenzeitlich immer wieder kurz davor aufzugeben. Doch der Einsatz für die Kinder hat sich nach vielen Verzögerungen gelohnt. 380 000 Euro kostete der Spielplatzneubau ausgelegt für den Ganzjahresbetrieb - inklusive Altlastensanierung. Im Erdreich befanden sich giftige Ölschlämme, die sorgsam ausgebaggert und entsorgt werden mussten.

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Doch ab sofort haben Verein und Multifunktionsspielplatz eine feste Bleibe. Somit gibt es aus Sicht der Aktiven endlich die Möglichkeit, neue Konzepte anzustoßen und Netzwerke auszubauen. "Wir arbeiten schon seit längerem mit Kindertagesstätten und Schulen zusammen", erinnert Corinna Hartmann. "Einige Schüler der Astrid-Lindgren-Schule beispielsweise kommen einmal pro Woche." Dieses Angebot soll auf andere Schulen, Moki und die Kunstschule ausgeweitet werden. Der räumliche Abstand zum Klassenraum ermögliche es, ganz andere Interessen zu wecken, als im oftmals starren Alltag. "Es stärkt das soziale Miteinander, wenn alle Kinder in der Gruppe zusammen etwas bauen."

Die Anlage soll auch im Herbst und Winter öffnen: die rund 100 Quadratmeter große Schutzhütte und der geräumige Bauwagen machen es möglich. Außerdem wird ab August eine pädagogische Fachkraft mit einer halben Stelle eingestellt. "Die Ausschreibung läuft gerade", sagt Corinna Hartmann. Der Mitarbeiter wird nach den Schulferien an den Wochentagen täglich von 16 bis 18.30 Uhr für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren Ansprechpartner sein. "Die können in dieser Zeit kommen und gehen, wann sie wollen." Im beheizbaren Bauwagen steht schon ein Schreibtisch bereit. Angebotserweiterung und ganzjährige Öffnung seien "eine andere Hausnummer als das bisherige Programm". Das lasse sich nicht mehr nur mir Ehrenamtlern machen, ergänzt Edda Poell.

Nach der Eröffnung am Samstag startet das dreiwöchige Ferienprogramm. Aber nur in der dritten Woche sind von Montag bis Freitag (9 bis 16 Uhr) noch Plätze frei. 60 Euro kostet die Teilnahme inklusive Mittagessen. Rund 35 Kinder spielen und bauen dann gemeinsam Holzhütten. In den letzten drei Ferienwochen hat die Anlage geschlossen.

www.abenteuerspielplatz-monheim.de

(RP)